Bei Rundwanderung „Orte der Kraft“ einfach mal entschleunigen

Von: Karl-Georg Müller
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Von Wurzeln durchzogen: Auf dem Dschungelpfad geht es ganz nah am Wasser vorbei. Foto: Karl-Georg Müller

Region. Wir beginnen unsere knapp zwölf Kilometer lange Rundwanderung an der Abtei Mariawald. Das Trappisten-Kloster führt seine Geschichte auf den Heimbacher Strohdachdecker Heinrich Fluitter zurück, der ein Gnadenbild zur Verehrung in einer Hütte auf dem Kermeter platzierte. Es wurde bald zur Pilgerstätte.

1486 zogen dann die ersten Mönche in das nahebei errichtete Kloster. Unsere Tour, die dort beginnt, steht als Entschleunigungstour unter dem Motto „Orte der Kraft“. Sie ist weitgehend mit dem Logo T 5 gekennzeichnet.

Wir gehen an das vom Kloster abgewandte Ende des Parkplatzes, dort dann auf einem Pfad in den Wald hinein. 50 Meter weiter wechseln wir rechts auf einen befestigten Weg, der uns rasch zur Kriegsgräberstätte Heimbach bringt. Wir gönnen uns erste Ausblicke zum Kloster und über die Eifelhöhen, bevor wir auf einem wiederum schmalen Pfad durch Eichen- und Buchenwald wandern.

An einer Weggabelung folgen wir T 5 und wandern im Kerbtal des Herbstbachs, queren das Gerinne und gehen um ein großes Windwurfgebiet herum. Stille umfängt uns, nur putzmuntere Vögel zwitschern, ab und zu lockern kleine Wiesenflächen das Waldgebiet auf. Wir queren einen Waldweg und setzen unseren Weg abwärts bis zu einem weiteren quer laufenden Waldweg fort. Hier halten wir uns links.

Naturschutzgebiet Kermeter

Nun wandern wir ein Stück ohne beschwerliches Auf und Ab, bis wir eine Kreuzung erreichen. Gleich anschließend erwartet uns das nächste malerische Kerbtal, in das der Steinbach sein tiefes Bett gegraben hat. Sträucher und Büsche wechseln sich mit Laub und Nadelwald ab. Saftig grün leuchten die Wiesen in der Sonne, bis wir eine Kreuzung mit einer großen Wanderkarte erreichen.

Unser Weg führt uns nun rund 1,5 Kilometer weiter in der Hangflanke durch das Naturschutzgebiet Kermeter, das Herzstück des Nationalparks Eifel. Heiße Luft flirrt bei Sommerwetter um uns herum, sobald sich der dichte Fichten- oder Laubwald für wenige Schritte zurückzieht. Und manchmal gelingen uns Blicke, vielleicht von einer Rastbank, hinunter zur Staustufe und zur anderen Talseite nach Hasenfeld.

Der Weg senkt sich bergab, und wir gelangen zur L 15. Am Straßenrand wandern wir ein kurzes Wegstück bis zu einem Abzweig, der uns rechts am Ferienpark Landal entlangführt. Wer möchte, kann am Abzweig rund 500 Meter schnurstracks weitergehen und dann den Staudamm Schwammenauel mit schönem Blick über die Talsperre erkunden.

Am Ferienpark vorbei gelangen wir auf asphaltiertem Weg hinunter zur Stauanlage Heimbach. Schon bald sehen wir zwischen den Uferbäumen das Jugendstil-Wasserkraftwerk auftauchen.

Am Kraftwerk verlassen wir den T 5, halten uns links, gehen über die Staustufe, dann die Kleestraße hinauf und am Campingplatz vorbei zu einer Kreuzung. Dort wählen wir den rechten Weg „Im Sangert“. Von „Im Sangert“ gelangen wir zu einer schönen Passage mit vielen Holzstegen und von Wurzeln durchzogenen Pfaden.

Ganz nah beim Wasser wandern wir auf dem Dschungelpfad. Rustikale Brückchen drängen sich dicht ans Wasser. Wir legen unsere Arme auf das Geländer und lassen unsere Augen losgelöst von den Strapazen des Alltags über die sanft im Wind gekräuselten Wellen des Sees gleiten.

Hinter uns rascheln die Blätter der nahen Büsche und Sträucher im sanften Lufthauch. Das ist ein Platz zum Verweilen und zum Träumen, und nur widerwillig lösen wir uns von ihm und wandern weiter. Viel zu früh endet der Dschungelpfad auf der Höhe eines Freizeitgeländes.

Wir wandern weiter auf dem ufernahen Weg und passieren einen Steg, der rechts zu einem Spielplatz auf der anderen Uferseite führt. Bald queren wir die Rur über eine Steinbrücke und gehen in Heimbach die Hengebachstraße hinauf. An dieser Stelle steigen Wanderer, die mit der Rurtalbahn angereist sind, in die Tour ein. Wir sehen die beiden Kirchen St. Salvator und St. Clemens und wandern eine Stichstraße empor zum Eingangsportal.

Burg Hengebach

Von den Kirchen wenden wir uns links in die Teichstraße mit bemerkenswerten Fachwerkhäusern und einer Madonnennische aus dem 18. oder 19. Jahrhundert über dem Haus Teichstraße 14. Wir überqueren die Hengebachstraße und gelangen auf der anderen Straßenseite durch den Torbogen bei der Internationalen Kunstakademie Heimbach in den Innenhof der Burg Hengebach.

Mit einem gläsernen Aufzug fahren wir hinauf in die Burganlage. Vom Aufzug leiten uns Wegweiser beispielsweise zum Burggarten oder weiter hinauf zum Bergfried.

Nach dem Aufstieg zum Bergfried lockt das Burgrestaurant Kochkunst zu einer Einkehr. Hier könnten wir uns beispielsweise einen Flammkuchen mit Ziegenkäse und Honig genehmigen. Dann wandern wir durch das Zugangstor die Rampe abwärts zur Mariawalder Straße, dort aber gleich einige Stufen hinunter in den Stadtpark. Wir flanieren durch den schön angelegten Park und verlassen ihn stadtauswärts auf dem Seerandweg.

Am Welmsbach

Rund 50 Meter vor der Staustufe gehen wir links zügig in den Hang hinein, nun auch wieder mit T 5. Am gluckernden Welmsbach entlang gewinnen wir rasend schnell an Höhe und sind außer Atem, wenn wir die L 249 überqueren – aber noch haben wir nicht unseren Ausgangs- und Zielpunkt, das Kloster Mariawald, erreicht.

Durch das Ruppental mit einem Kreuzweg und seinen 14 Kapellchen, von denen sieben in die Klostermauern eingelassen sind, arbeiten wir uns Meter um Meter bergan, queren ein zweites Mal die Landstraße und umrunden endlich das Klostergelände nahe bei den Klostermauern, bis wir nach einer letzten Kurve die Klostergaststätte vor uns erblicken.

Wir schließen unseren ereignisreichen Tag mit einem Blick in die 1539 geweihte Klosterkirche ab. Das Kloster selbst ist nicht zu besichtigen. Von der Klosterkirche sind es nun nur noch wenige Meter bis zum Parkplatz – und damit zum Ausgangspunkt der Wanderung.

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