Bonn - Beethoven-Festspielhaus: Postbank steigt als Investor aus

Beethoven-Festspielhaus: Postbank steigt als Investor aus

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Bonn. Schwerer Rückschlag für die Pläne zu einem neuen Beethoven-Festspielhaus in Bonn: Die Postbank steigt als Investor aus.

Es gebe zu viele Unsicherheiten bei dem Projekt, sagte ein Sprecher der Postbank am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Er bestätigte damit einen Bericht des Bonner „General-Anzeigers”. Es sei richtig gewesen, das Vorhaben seit April 2010 nicht weiter zu verfolgen. „Seither hat sich die Situation nicht verbessert”, sagte der Sprecher. Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) hatte das Projekt damals unter Verweis auf eine angespannte Haushaltslage der Stadt vorläufig gestoppt.

Aus Kreisen der Postbank hieß es außerdem, dass den eigenen Mitarbeitern, die von Sparzwängen betroffen sind und auch den Aktionären nach den hohen Belastungen durch die Finanzkrise ein solches Millionen-Sponsoring kaum zu vermitteln sei. Wie es mit den Plänen für das Festspielhaus nun weitergehen wird, war unklar. Die drei Bonner Großunternehmen Deutsche Post DHL (40 Prozent), Telekom (40 Prozent) und Postbank (20 Prozent) hatten den Bau des Festspielhauses eigentlich komplett finanzieren wollen.

Schon zuvor die Deutsche Telekom als Investor abgesprungen. Zunächst lag die Planung bei rund 75 Millionen Euro an Baukosten, inzwischen ist von rund 92 Millionen Euro die Rede. Mit dem Rückzug der Postbank dürfte eine Finanzierung allerdings noch sehr problematisch werden, denn eine Alternativlösung ist nicht in Sicht.

Nach dem Ausstieg der Postbank, die inzwischen von der Deutschen Bank übernommen wurde, ist nur noch die Deutsche Post im Boot. „Für uns hat sich auch mit dem Rückzug der Postbank erst einmal nichts an unserer Position geändert”, sagte ein Post-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Zunächst müsse sich aber die Stadt endlich klarwerden, dass sie das Festspielhaus wirklich wolle und was sie wolle. Dann müsse auch die neue Lage geprüft werden, wie denn Finanzierungslücken geschlossen werden könnten.

Das Projekt eines prestigeträchtigen Konzerthauses liegt nach jahrelangen Planungen seit gut einem Jahr auf Eis, nachdem Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) es unter Verweis auf eine angespannte Haushaltslage der Stadt im April 2010 vorläufig gestoppt hat. Seither ist der strittige Bau eine Hängepartie mit offenem Ausgang.

Die Homepage wurde aktualisiert