Beatrix in Herzogenrath bejubelt

Von: dapd-nrw
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Zum Abschluss ihres Staatsbesuchs in Deutschland ist Königin Beatrix der Niederlande am Freitag in Herzogenrath bejubelt worden. Foto: dpa

Düsseldorf/Herzogenrath. Die niederländische Königin Beatrix hat zum Abschluss ihrer Deutschlandvisite Herzogenrath besucht und ist dort jubelnd empfangen worden. Am Bahnhof stieg die königliche Familie in komplett neuem Outfit aus einem Sonderzug. Sie besuchte das deutsch-niederländische Dienstleistungszentrum Eurode Business Center (EBC) und sprach mit Menschen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Schule, Wissenschaft und bei der Polizei.

In den Gesprächen ging es um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Kerkrade. Das erste auf einer Staatsgrenze gebaute Dienstleistungszentrum lernten die niederländischen Gäste als beeindruckendes Beispiel für Kooperation über Landesgrenzen hinweg kennen. Begeistert wurden sie von Fähnchen schwenkenden Schülern und Zaungästen empfangen. In dem Gebäude betrat die Familie auch wieder heimischen Boden.

Viel Zeit nahm sich Königin Beatrix für ein Gespräch mit einem deutschen und einem niederländischen Polizisten in der binationalen Polizeiwache. Keine Deutsche, sondern eine Niederländerin schilderte, wie die Menschen in den beiden Städten immer zueinander standen und brachte die Hoheiten mehrmals herzlich zum Lachen.

Zuvor hatte sich die 73-Jährige bei ihrem Deutschlandbesuch in Berlin auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Christian Wulff getroffen und danach Sachsen besucht.

Am Morgen staunte die Monarchin in Essen in der ehemaligen Zeche Zollverein und dem Ruhrmuseum über Geschichte und Strukturwandel des Ruhrgebiets.

Die Monarchin - in caramel-schwarzem Kostüm - trug sich im Besucherzentrum in ein 19 Kilogramm schweres „Stahlbuch” ein. Mit von der Partie war NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Auf dem Gelände sammelten sich schon seit den Morgenstunden Schaulustige. T-Shirts im typisch niederländischen „Oranje” und die rotweißblaue Flagge des Nachbarlandes waren zu sehen.

Eine Sprecherin des niederländischen Generalkonsulats sagte, die Königsfamilie sei an der 1986 stillgelegten Großanlage Zeche Zollverein besonders interessiert. „Fähnchen und roten Teppich haben wir aber nicht”, sagte eine Sprecherin der Stiftung Zollverein. „Dafür ist ja die Rolltreppe knalle orange”. Der Komplex war für 160 Millionen Euro zu einem Kultur- und Kreativzentrum umgebaut worden.

Ministerpräsident Hannelore Kraft (SPD) ist mit dem Besuch der niederländischen Königin Beatrix am Freitag in Nordrhein-Westfalen zufrieden. „Es war ein schöner Tag. Ich glaube, die Königin nimmt viele gute Eindrücke mit nach Hause”, sagte Kraft zum Abschluss des Besuchs am Abend in Herzogenrath. Mit dem Besuch von Beatrix sei die deutsch-niederländische Zusammenarbeit „ein Stück weit geadelt” worden, sagte Kraft. Die Königin habe sich auf ihren Besuch in NRW „exzellent vorbereitet”. Der eintägige NRW-Aufenthalt bildete den Abschluss des insgesamt viertägigen Staatsbesuchs der Königin in Deutschland. Am Abend ist sie vom NATO-Flughafen Geilenkirchen zurück in die Niederlande geflogen.

Herzogenrath und die Niederländer

In Herzogenrath ist vieles deutsch und niederländisch. Das Verhältnis zum niederländischen Nachbarn Kerkrade ist ungewöhnlich eng. Beide arbeiten im Städte-Verbund Eurode zusammen und bezeichnen sich gerne als Doppel-Stadt. Getrennt wurden sie durch eine künstliche Grenzziehung durch den Wiener Kongress 1815. In den 90er Jahren paukten sie mit Diplomatie und Pragmatismus den Abriss eines zwei Kilometer langen Grenzmäuerchens durch und wachsen seitdem in vielen Bereichen wieder zusammen.

Die Neustraße/Nieuwstraat, die das Mäuerchen jeweils zweispurig flankierte, bauten sie zu einer gemeinsamen Straße aus. Die Häuser auf der einen Seite sind in Deutschland, auf der anderen Seite in den Niederlanden. Die Menschen heiraten, helfen und feiern über die Grenzen hinweg. Sie unterhalten sich auf Platt.

Im diesem Sinne entstand auch das Dienstleistungszentrum, das Königin Beatrix besucht hat. Das Eurode Business Center (EBC) wurde auf Initiative beider Städte quer über die Grenze gebaut und ist das erste auf der Staatsgrenze liegende Dienstleistungszentrum in Europa. Firmen sollen von dem internationalen Standort profitieren. In dem Gebäude gibt es auch eine binationale Polizeiwache, die mit einem deutschen und einem niederländischen Beamten besetzt ist.

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