Aachen - Barock, Bier, Burgen: Ein Volk hat Spuren hinterlassen

Barock, Bier, Burgen: Ein Volk hat Spuren hinterlassen

Von: Sabine Rother
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Freuen sich über ein Buch üb
Freuen sich über ein Buch über die Franken: Autor Anton Sterzl, ehemaliger Chefredakteur der „Aachener Volkszeitung” (Mitte), Verleger Hans-Josef Thouet (links) und Gastgeber Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Was wäre die Weltgeschichte ohne die Franken” - nein, hier fehlt kein Fragezeichen. Wer das neue Buch von Anton Sterzl, ehemaliger Chefredakteur der „Aachener Volkszeitung” (1978-1991), zur Hand nimmt, erkennt nicht erst nach 384 Seiten, dass die Weltgeschichte vom Urknall bis zum heutigen Tag durch das „alte Wandervolk ohne eigenen Staat, aber mit Wappen, Fahne, Hymne und vielen guten Wirtshäusern” nachhaltig geprägt wurde.

Die Buchpräsentation gemeinsam mit Hans-Josef Thouet, in dessen Aachener Verlag das Werk erschienen ist, wird im Konferenzraum des Zeitungsverlages Aachen rasch zum freudigen Wiedersehen mit langjährigen Weggefährten.

„Es ist eine wunderbare Idee, dass wir uns hier zu diesem Anlass treffen”, betont Bernd Mathieu, heute Chefredakteur von „Aachener Zeitung” und „Aachener Nachrichten” - damals einer von Sterzls ersten Volontären. „Ich habe stets wichtige Unterstützung erfahren”, erinnert er sich an einen Vorgesetzten mit „phänomenaler Bildung und Kompetenz”.

Eine spezielle Form der Rückblende und der virtuosen Verknüpfung von Zeitströmungen, Ereignissen, Orten und Persönlichkeiten prägt Sterzls Werk, das er selbst einen „Surfkurs durch die Geschichte” nennt. Seine klugen, oft assoziativen Gedankenflüge verknüpfen mühelos Odysseus, Troja, Völkerwanderung, Glaubenskriege, Burgen, Barock, Bier und jüngste Vergangenheit.

Mit Erzähltalent gelingt es dem Autor zum Beispiel, in nur neun Zeilen vom Jahr 843 ins Jahr 1945 zu gelangen. Humorvoll-spekulativ, aber auch hintergründig und mit Mut zur reifen politischen Positionsbestimmung hebt Sterzl gründlich den „Schatz der Franken”, jenes Erbe, das die Welt geprägt hat, das für Wein aus dem Bocksbeutel, deftige Wurst, kluge Köpfe, Klöße und faszinierende Erfindungen gesorgt hat. Frankenherrscher Karl der Große (800-843 n. Chr.), dem so manche modern anmutende Anregung zu verdanken ist, kommt nicht zu kurz.

Immer wieder sind Sterzls Geburtsort Waischenfeld in Oberfranken und die Erinnerungen an Familie, Sportkameraden und sein prägendes soziales Umfeld Ausgangspunkte zu spannenden Exkursen - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Nachkriegszeit. Seine Liebe zu Kunst und Musik (Stichwort Bayreuth) weckt große Gedanken, durchwachsen von persönlichen Leidenschaften wie dem Orgelspiel. Wenn Sterzl analysiert, geschieht das in einer Verbindung aus warmer Nähe, faktischer Präzision und professioneller historischer Distanz. Selbst Karl-Theodor zu Guttenberg und dessen Promotions-Betrug widmet er sich. „Man sieht, dass Franken stets zu etwas nützlich waren, und sei es als abschreckendes Beispiel”, sagt er. Franken wirkten überall: Nicht zu vergessen all jene, die nach Amerika ausgewandert sind und dort weiß-blaue Traditionen etablierten. Anton Sterzl hat diesem Phänomen als Amerika-Reisender nachgespürt.

Am 5. Januar 2012 feiert der Autor den 85. Geburtstag. Die Herausgabe des Buches ist ein Geschenk von Tochter Christiane und sicherlich Ausgangspunkt für viele Gespräche.

Infos zum neuen Buch

Anton Sterzl:Was wäre die Weltgeschichte ohne die Franken. 384 Seiten, etwa 30 Schwarzweiß-Fotos, Thouet-Verlag Aachen, 19,50 Euro, ISBN: 978-3-930594-39-9

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