Bande wegen Vermittlungen von Scheinehen vor Gericht

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Mönchengladbach. Fünf Männer und zwei Frauen stehen ab Donnerstag wegen gewerbs- und bandenmäßiger Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz vor dem Landgericht Mönchengladbach.

Laut Staatsanwaltschaft hat die Gruppe im großen Stil Scheinehen zwischen deutschen und marokkanischen Staatsbürgern arrangiert. Daran soll der mutmaßliche Haupttäter in 13 Fällen rund 160.000 Euro verdient haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 53-Jährige zwischen 2006 und 2009 in Mönchengladbach und Viersen heiratsfähige deutsche Staatsbürger angeworben hat, die gegen Bezahlung eine Scheinehe mit marokkanischen Staatsangehörigen eingingen.

Die Eheschließungen erfolgten in der Regel in Marokko, in einzelnen Fällen auch in Dänemark oder in Deutschland, wenn es sich um in Deutschland lebende marokkanische Staatsbürger handelte, deren Aufenthaltsrecht abzulaufen drohte. Die Marokkaner sollten durch die Heirat den Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Die marokkanischen Familien bezahlten für die Vermittlung einer Eheschließung und des Aufenthaltstitels bis zu 21 000 Euro an den 53-Jährigen. Die anderen Angeklagten sollen an den Taten beteiligt gewesen sein, unter anderem, in dem sie die notwendigen Papiere organisierten, Kontakte herstellten und Behördengänge übernahmen. Einer der Angeklagten führt selbst eine Scheinehe mit einer marokkanischen Staatsangehörigen.

Auch eine der angeklagten Frauen ist mit einem Marokkaner verheiratet, sie soll gemeinsam mit dem Hauptangeklagten auch die Ehe ihrer eigenen Tochter mit einem marokkanischen Mann arrangiert haben. Einer der Angeklagten ist weitgehend geständig, ansonsten wird die Gruppe durch Zeugen und die Ergebnisse der kriminalpolizeilichen Ermittlungen belastet.
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