Bahn und Thalys: Zum Wohl der Fahrgäste einigen

Von: Angela Delonge
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Thalys
Dem Anliegen der Pendler, auf der Strecke Aachen-Köln mit einem DB-Zeitkartenabonnement auch den Thalys nutzen zu dürfen, könne nicht entsprochen werden, lautet der Beschluss. Foto: Vennenbernd/dpa

Aachen. Die Pendler-Petition gegen den Mitnahmeausschluss von Abo-Kunden der Deutschen Bahn (DB) in Zügen der französischen Thalys-Gesellschaft ist vom Deutschen Bundestag abgelehnt worden.

Dem Anliegen der Pendler, auf der Strecke Aachen-Köln mit einem DB-Zeitkartenabonnement auch den Thalys nutzen zu dürfen, könne nicht entsprochen werden, lautet der Beschluss.

In der Begründung heißt es unter anderem, dass die Deutsche Bahn in eigener wirtschaftlicher Verantwortung entscheidet, ob und in welcher Form Kooperationen mit anderen Eisenbahnunternehmen geschlossen werden. Zudem sei die Deutsche Bahn als Aktiengesellschaft den Regelungen des Aktiengesetzes unterworfen, was die Einflussnahme des Bundes auf die Geschäftsführung grundsätzlich ausschließe.

Axel Steinert, der die Onlinepetition mit angestoßen hatte, ist mit dem Ausgang des Verfahrens alles anders als glücklich. Gegenüber unserer Zeitung sagte er, es sei nicht einsehbar, dass von einem französischen Privatunternehmen künstliche Grenzen auf deutschem Schienengrund geschaffen würden. Das Beförderungsgebot für deutsche Bürger sollte an oberster Stelle stehen und nicht ein Schachern um Gewinn-Margen, so Steinert.

Und das Wohl der Fahrgäste?

Thalys besetze als Fremdanbieter strategisch wichtige Uhrzeiten auf Strecken in anderen Ländern, nehme aber deren Fahrgäste nicht zu den dort herrschenden Bedingungen mit. Steinert: „Die merkantile Vorteilsnahme und der gezeigte Separatismus machen in ihrer unsensiblen Form nur erbost und enthalten keine europäischen Gedanken.“

Argumente der Deutschen Bahn und der Parlamentarier, dass die ICE-Verkehre auf der Strecke Frankfurt-Brüssel über Köln und Aachen inzwischen ausgeweitet worden seien, lässt Steinert ebenfalls nicht gelten. Für Pendler sei die Situation nach wie vor unmöglich, so Steinert. Seine simple Forderung: „Die beiden Bahnunternehmen sollen sich zum Wohl der Fahrgäste einigen.“

Die Onlinepetition war im Dezember 2015 von Berufspendlern aus dem Raum Aachen auf den Weg gebracht worden, nachdem die Deutsche Bahn die über 14 Jahre bestehende Sondervereinbarung mit Thalys International aufgekündigt hatte. Die Deutsche Bahn hatte den Schritt mit einer Konzentration auf die eigenen Fernverkehre begründet. Die Pendler fühlten sich dadurch „um die jahrelang taktgerecht bestehende Vielfalt grundlos beraubt“.

Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus der Region hatten die Petition unterstützt. Der Aachener SPD-Landtagsabgeordnete Karl Schultheis äußerte auf Anfrage sein Bedauern über den Ausgang des Verfahrens. Der Bundestag könne der Bahn zwar keine Weisung erteilen, aber „in meinen Augen wäre das mindeste eine Aufforderung an die Deutsche Bahn gewesen, hier Abhilfe zu schaffen“.

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