Aachen - Bahn-Streik: Die Unternehmen zieht es wieder auf die Straße

Bahn-Streik: Die Unternehmen zieht es wieder auf die Straße

Von: Katja Laska
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Bleibt hart: Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky bei einer Kundgebung seiner Gewerkschaft am Donnerstag vor dem Hauptbahnhof in Berlin. Foto: dpa

Aachen. Viele Bahnreisende hatten einen kleinen Hoffnungschimmer, als es hieß, die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) könnte ihren Streik vorzeitig beenden. Donnerstag Nachmittag löste sich diese Hoffnung in Luft auf. Der Streik geht, wie geplant, bis Sonntag weiter.

Das Angebot der Deutschen Bahn, den brandenburgischen Ex-Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) als Beobachter oder Vermittler einzubinden, sei unzureichend, sagte Gewerkschaftschef Claus Weselsky.

Und diese Nachricht traf nicht nur Bahnreisende hart. Auch die Unternehmen haben es schwer, denn die Güterzüge stehen ebenfalls weiter still. Nach Angaben der Vereinigten Unternehmer Verbände (VUV) in Aachen spüren 60 Prozent der befragten Betriebe in der Städteregion und Heinsberg bereits deutliche Auswirkungen und haben große Lieferschwierigkeiten. „Viele befürchten massive Nachteile durch die Arbeitsniederlegung der GDL im internationalen Wettbewerb“, sagt Petra Pauli, Pressesprecherin der VUV.

Zwar könne der wirtschaftliche Schaden noch nicht genau berechnet werden, er wird von den einzelnen Unternehmen aber auf einen fünfstelligen Betrag geschätzt. Enorme finanzielle Einfälle befürchtet auch die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS). Das Infrastrukturunternehmen stellt der Bahn ihre Trassen in der Region zur Verfügung, und „bis auf ein paar private Anbieter steht der Verkehr gerade still“, erklärt der Geschäftsführer Thomas Fürpeil.

Doch es gibt auch einige, die von dem Chaos nicht negativ berührt werden. Sie profitieren sogar davon. Denn der momentane Stillstand auf den Gleisen holt viele Unternehmen auf die Straße. Sie transportieren ihre Waren nun in Lkw. Die Aachener Spedition Hammer hat bereits einen neuen Großkunden gewonnen. Trotzdem merkt man auch hier finanzielle Veränderungen. „Der Laderaum in den Transportern wird knapper und dadurch natürlich auch teurer“, weiß Yvonne Faber vom Speditionsunternehmen.

Chaos herrschte vor sechs Monaten auch am Güterbahnhof Köln Eifeltor. Nach dem jüngsten Streik hat der Schienengüterverkehr DB Schenker Rail vorgesorgt: Nach Absprache mit den Kunden wurden Züge verschoben oder storniert. Es werden nur noch Sonderzüge angenommen, die versorgungsrelevante Güter transortieren. Obwohl es bisher nicht zu Engpässen gekommen sei, rechnen die Verantwortlichen mit Langzeitsauswirkungen, die über den Streik hinausgehen. Die Straße wird wohl für viele Kunden zum bevorzugten Transportweg.

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