Bahn reagiert auf Gedränge im Ersatzbus

Von: Katrin Fuhrmann
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„Streckensperrung“: Reisende im Aachener Hauptbahnhof werden über den Busersatzverkehr informiert. Der hat am Montag grundsätzlich funktioniert. Es haben nur mehr Pendler den Schnellbus genutzt, als die Bahn eingeplant hatte. Ab heute werden zusätzliche Busse eingesetzt. Foto: Jaspers

Aachen. Es ist 6.35 Uhr. In wenigen Minuten soll der Schnellbus, der in den kommenden Wochen als Schienenersatzverkehr für die ausfallenden Zuglinien RE 1 und RE 9 auf der Strecke Aachen-Düren dient, losfahren. Rund 30 Menschen warten auf die Abfahrt.

Einige schauen immer wieder auf die Uhr, andere wirken entspannt, plaudern mit anderen Reisenden, beißen noch einmal in ihr Brötchen. Mitten unter ihnen ist eine Frau, die seit fünf Uhr auf den Beinen ist. Sie ist heute früher als sonst unterwegs. „Ich habe mehr Zeit eingeplant, damit ich rechtzeitig in Köln ankomme, denn um zehn Uhr habe ich eine wichtige Konferenz“, sagt sie.

Um 6.40 Uhr öffnet der Bus seine Türen. In kürzester Zeit ist der Bus bis auf den letzten Platz besetzt. Für den Busfahrer Klaus Marquardt ist es die sechste Fahrt an diesem Tag. „Bislang hat alles funktioniert. Alle Busse sind pünktlich in Düren und in Aachen angekommen“, sagt er. Er hat nur ein Platzproblem beobachtet: Es wurde ganz schön eng in den Bussen. Nach sieben Uhr würden deswegen mehr Busse fahren, damit alle Pendler und Gelegenheitsfahrer mitkämen.

Planmäßig fährt Marquardt um 6.50 Uhr am Aachener Hauptbahnhof los. Währenddessen haben die Fahrgäste nur ein Thema: Die Gleiserneuerungsarbeiten und die damit zusammenhängende Streckensperrung für sechs Wochen. „Bislang scheint alles ganz gut zu klappen“, sagt Theo Carl, der in Köln als Versicherungskaufmann tätig ist.

Tatsächlich: Um exakt 7.35 Uhr erreicht der Bus den Dürener Busbahnhof. Der Busfahrer öffnet die Türen. Die Pendler bedanken sich freundlich und eilen weiter zum Gleis. Den Anschlusszug nach Köln haben diese Reisenden erreicht. Auch Marquadt ist erleichtert. „Natürlich muss sich das alles erst einmal einspielen. Gerade zu den Stoßzeiten müssen in den kommenden Wochen unbedingt mehr Busse eingesetzt werden“, sagt der Busfahrer.

Die Deutsche Bahn hat ihre Schlüsse aus den ersten drei Tagen am Montag gezogen: „Wir haben angenommen, dass etwa 50 Prozent der Reisenden den Schnellbus nutzen werden und 50 Prozent den indirekten Weg über Weisweiler nehmen. Wir haben aber schon festgestellt, dass wir mit dieser Annahme falsch lagen. Etwa 70 Prozent nutzen den Schnellbus. Daher stellen wir in den kommenden Tagen weitere Busse zur Verfügung, damit genügend Platz ist“, sagt Franz Welfens, Teilnetzmanager der DB Regio AG. Statt zwölf Schnellbussen pendeln ab Dienstagmorgen 16 zwischen Aachen und Düren.

Insgesamt ist die Bahn mit der Koordination des Ersatzverkehrs aber weitgehend zufrieden. „Bislang funktioniert unsere Planung ganz gut, was auch die geringe Anzahl an Beschwerden zeigt“, sagt Welfens. Es dauere eben einige Tage bis sich alles eingespielt habe. Man beobachte die Situation weiter und würde auf eventuelle Pro­bleme sofort reagieren.

Am Wochenende hatte sich die Situation durch Urlauber zugespitzt. Sie wollten kurzfristig mit der Bahn reisen und waren nicht so gut informiert über die Streckensperrung wie die Pendler, die jeden Tag Bahn fahren. Sie mussten sich erst über Fahrtalternativen informieren – das hat natürlich Zeit gekostet.

Alternativen, die die Pendler in dem Bus am Montagmorgen längst kannten. Schilder weisen sie daraufhin, wo die Ersatzbusse stehen, die Busse sind pünktlich und an Info-Punkten stehen Helfer bereit. Und sogar im Bus ist es trotz der warmen Temperaturen wohltemperiert. Eine kleine Panne ereignet sich am Nachmittag: Auf der Straße kurz vor dem Dürener Busbahnhof hatte der Landesbetrieb Straßen.NRW eine Baustelle eingerichtet, von der die Bahn nichts wusste. Zwei Busse kamen zu spät. Die nächsten Busse wurden umgeleitet, das Problem war damit laut Bahn behoben.

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