Backen als Entspannung: „Perfekt, oder?“

Von: Katharina Menne
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Der Geschmack ist wichtig: Ihre Rezepte veröffentlicht die Aachenerin Marion Strauch im Internet. Foto: Sat.1/Claudius Pflug, Vanessa Strauch

Stolberg/Aachen. Marion Strauch liebt Zitronenbuttercreme. Und Zimtsahne. Und Wunderkuchenteig. Am allerliebsten aber kombiniert sie alles zu zuckersüßen, reich verzierten Traumtorten. „Ich backe einfach für mein Leben gern“, sagt die 53-Jährige.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem die gebürtige Aachenerin, die Stolberg zu ihrer Wahlheimat gemacht hat, nicht in ihrer Küche steht und ein neues Rezept ausprobiert. „Ich kann mich dabei kreativ austoben, aber auch entspannen – perfekt, oder?“, sagt sie und lacht.

Da sie ihre Freude am Backen auch mit anderen Menschen teilen möchte, steht sie am Freitag beim „Abend der Köstlichkeiten“ auf der Bühne des Aachener Weihnachtsmarkts und lässt das Publikum live an ihren Backkünsten teilhaben.

Unglücklich ausgeschieden

Es ist aber nicht das erste Mal, dass die „echte Aachener Printe“, wie sie sich selbst bezeichnet, vor Publikum backt. Erst kürzlich hat die gelernte Bürokauffrau an der Sat.1-Show „Das große Backen“ teilgenommen. Bis zur Hälfte der Staffel hat sie es geschafft, bevor sie etwas unglücklich in der Käsekuchen-Runde ausgeschieden ist.

Doch das hat sie nur noch mehr angespornt. „In der Sendung steht man ja unter großem Zeitdruck“, sagt sie. Da sei einfach so manches schiefgelaufen. „Als ich meinen Karotten-Nuss-Käsekuchen ganz in Ruhe zu Hause noch einmal gebacken habe, war ich mir sicher, dass ich mit dem Ergebnis weitergekommen wäre.“ Aber das sei nun eben nicht mehr zu ändern.

Dass sie überhaupt an der Show teilgenommen hat, ist allein ihrer Tochter Vanessa zu verdanken. „Sie hat mich auf die Idee gebracht, mich zu bewerben“, sagt Strauch. Erst drei Tage bevor die Bewerbungsfrist abgelaufen war, habe sie sich ein Herz gefasst und die Mail mitsamt Bildern ihres Lieblingskuchens abgeschickt. Niemals habe sie gedacht, überhaupt zum Casting eingeladen zu werden, geschweige denn weiterzukommen. Doch plötzlich stand sie mit neun weiteren Kandidaten im Backzelt in der Uckermark und verfiel ins Wettbewerbsfieber. Und am Ende hat sie dort zum ersten Mal abseits ihrer Familie und ihres Freundeskreises erfahren, dass sie ein echtes Backtalent ist.

Dabei hat Marion Strauch erst vor drei Jahren angefangen, ihre Torten mit Fondant, einer weichen, formbaren Zuckermasse zu verzieren. „Schon vorher waren meine Kuchen lecker, sahen aber einfach nicht so schön aus“, sagt sie. Die dekorativen Möglichkeiten mit der Zuckermasse scheinen unbegrenzt. Neben einem schlichten Tortenüberzug lassen sich daraus täuschend echt aussehende Blüten, Blätter oder ganze Gegenstände formen. Doch in den Augen von Marion Strauch darf die Deko niemals über die Qualität hinwegtäuschen. „Bei mir steht nach wie vor der Geschmack im Vordergrund“, sagt sie mit Nachdruck.

Doch mit Sicherheit tragen die kreativen Verzierungen mit dazu bei, dass ihre Torten eine solche Aufmerksamkeit erfahren. Noch bevor die Sendungen auf Sat.1 ausgestrahlt wurden, fing sie an, ihre Rezepte auf einem Blog zu veröffentlichen. „Marion’s Kaffeeklatsch“ heißt der und hat mittlerweile über 1000 eifrige Leser und Nachbäcker pro Tag. „Auch dazu hat mich meine Tochter überredet“, sagt Marion Strauch. Es freue sie sehr zu sehen, wie sich die Menschen an ihren Rezepten, Tipps und Tricks erfreuen.

Am meisten Freude aber bereitet es ihr zu sehen, wie man andere Menschen mit Selbstgebackenem glücklich machen kann. „Ich verschenke lieber einen leckeren, schön dekorierten Kuchen, als irgendeinen Krimskrams, der dann in der Ecke landet und verstaubt“, sagt sie. Der verzückte Blick der Beschenkten beim Anblick ihrer Torten sei unbezahlbar. Und Zitronenbuttercreme eben der Himmel auf Erden.

Mürbeteig-Schneeflocken

Zutaten:

  • 400g Mehl
  • 200g weiche (Süßrahm-)Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 175g extrafeiner Zucker
  • 1TL Vanillepaste (oder andere Aromen, wie 2 TL Spekulatiusgewürz, 2 EL gemahlene Rosenblätter, 50g gehackte Haselnüsse oder die abgerieben Schale von zwei Bio-Zitronen)

Zubereitung:

Alle Zutaten ohne das Mehl mit einer Küchenmaschine zu einer cremigen Masse verrühren. Dann das Mehl hinzufügen und nur so lange rühren, bis ein geschmeidiger Teig entstanden ist. Mit der Hand nachkneten, zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie mindestens zwei Stunden kühlen. Den Teig ausrollen und mit beliebigen Förmchen ausstechen. Dann die Kekse im vorgeheizten Backofen bei 175 Grad Umluft etwa 12-14 Minuten goldbraun backen. Wenn sie komplett abgekühlt sind, kann man sie nach Herzenslust mit Schokolade, Fondant oder Puderzuckerglasur dekorieren.

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