Automatensprengungen reißen nicht ab

Von: Beatrix Oprée
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Wegen Vandalismus geschlossen: Handwerker beheben die Schäden nach der Sprengung im Vorraum der Bankfiliale. Foto: Beatrix Oprée
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Unbekannte haben in Herzogenrath erneut einen Automaten gesprengt und dabei eine unbekannte Summe gestohlen. Foto: Beatrix Oprée
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Unbekannte haben in Herzogenrath erneut einen Automaten gesprengt und dabei eine unbekannte Summe gestohlen. Foto: Beatrix Oprée
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Unbekannte haben in Herzogenrath erneut einen Automaten gesprengt und dabei eine unbekannte Summe gestohlen. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. „Der Knall war schon heftig“, sagt der Hausbesitzer, der namentlich nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit unserer Zeitung. Gegen 3.15 Uhr in der Nacht zum Dienstag war er – wie wohl seine komplette Nachbarschaft – aus dem Schlaf gerissen worden.

 „Als Bewohner eines Bankgebäudes war man in den letzten Wochen eigentlich immer schon etwas nervös“, sagt er mit Blick auf alleine drei weitere Sprengungen beziehungsweise Sprengversuche bei Geldinstituten in der Städteregion Aachen seit Jahresbeginn.

„Als ich die Detonation hörte, wusste ich sofort: Jetzt hat es auch uns erwischt.“ Bevor er zur Straßenseite aus dem Fenster blicken konnte, waren die Täter offenbar schon entwischt.

Andere Zeugen sahen mindestens zwei schwarz gekleidete Personen, die in einem dunklen Audi mit niederländischen Kennzeichen über die Weststraße hinweg davon rasten. Die Scheinwerfer ließen sie ausgeschaltet.

Wahrscheinlich, so die Vermutung der Polizei, haben die Täter sich dann über die Autobahn in Richtung Niederlande abgesetzt. In die sofort eingeleitete Fahndung wurden dann auch die niederländischen Kollegen und die Bundespolizei eingeschaltet. Bislang ergebnislos.

Über die erbeutete Geldsumme wird wie üblich zunächst nichts bekannt. Aber auch sonst sind die Mitarbeiter der betroffenen Bank zum Stillschweigen verpflichtet worden. Als die Spurensicherung ihre Arbeit beendet hat, rücken die Handwerker an.

Die gläserne Verbindungstür zum Schalterraum ist aus den Angeln gehoben, der metallene Rahmen kräftig verbogen. Platten der abgehängten Decke wurden zerstört, herumfliegende Teile des Automaten haben Spuren in den Wänden hinterlassen.

Insgesamt jedoch hat die Wucht der Detonation im Vorraum der Bankfiliale bei weitem nicht so einen hohen Schaden angerichtet wie in vielen anderen Fällen. In Aachen etwa wurde am 12. Januar das Ladenlokal unmittelbar neben der SB-Filiale der Deutschen Bank am Pontwall in Mitleidenschaft gezogen. Die Räuber in Kohlscheid wussten offenbar genau, was sie taten.

Insgesamt 67 Fälle hat das Landeskriminalamt in NRW mittlerweile verzeichnet. Nicht auf dieser Liste steht der Versuch vom 20. Januar in der VR-Bank an der Bicherouxstraße in Herzogenrath-Mitte, der aus unbekannten Gründen abgebrochen und erst am nächsten Morgen entdeckt worden war.

Zu einem ähnlichen Abbruch war es auch am 5. Januar an der Schumanstraße in Würselen gekommen. Hier schlug die Alarmanlage an, bevor die Täter Gas eingeleitet hatten.

Kunden stehen indes ratlos vor der Commerzbank-Filiale: „Wo muss ich denn jetzt hin?“ Eine aufmerksame Angestellte läuft nach draußen, nimmt Überweisungsträger in Empfang und informiert: „Wir bemühen uns und hoffen, am Mittwoch wieder öffnen zu können.“

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