Autodieb schleifte Besitzer mit: Neun Jahre Haft gefordert

Von: Von Wolfgang Schumacher
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Hohe Haftstrafe gefordert: Fabian S. soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für neun Monate hinter Gitter. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Eschweiler. Im Prozess gegen den 28-jährigen Fabian S. aus Übach-Palenberg hat der Staatsanwalt am Montag neun Jahre Haft wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr beantragt. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Angeklagte musste sich vor der Schwurgerichtskammer am Aachener Landgericht ursprünglich sogar wegen versuchten Mordes verantworten.

S. hatte laut Plädoyer der Anklage aber das Mordmerkmal der Habgier nicht erfüllt, weil er das Auto nicht zum Weiterverkauf gestohlen hatte. Die Tat geschah am frühen Morgen des 5. September 2012, als S. - von seiner schwangeren Freundin in Eschweiler kommend - an einer Total-Tankstelle ein Auto geklaut hatte. Der Besitzer kaufte zu diesem Zeitpunkt im Tankstellenshop eine Zeitung.

Als er den Diebstahl bemerkte, fuhr der Dieb gerade mit dem Wagen weg. Er versuchte, durch einen Scheibenschlitz die verriegelte Türe wieder zu öffnen und wurde mit dem Arm eingeklemmt. Der 60-jährige Autobesitzer wurde 70 Meter mitgeschleift, wie Staatsanwalt Wilhelm Muckel ausführte. Das sei jedoch nicht vorsätzlich geschehen, sondern aus einem spontanen Entschluss heraus.

Der Mitgeschleifte erlitt schwere Verletzungen, die  allerdings nicht lebensgefährlich waren. So verfolgte der Staatsanwalt die Anklage wegen versuchten Mordes nicht weiter. Allerdings forderte die Nebenklagevertreterin eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags. Allerdings beantragte auch sie neun Jahre Haft und Schmerzensgeld in Höhe von 5000 Euro.

Die Verteidigung forderte eine milde Strafe, weil der 28-jährige in diesem Fall nur schnell zu seiner Lebensgefährtin in Übach-Palenberg wollte. Deshalb sei er in alte Verhaltensmuster zurückgefallen. Die Lebensgefährtin ist nicht die Frau, die von ihm schwanger im Eschweiler Krankenhaus lag. Das Urteil des Schwurgerichts wird am kommenden Freitag um 13.30 Uhr gesprochen.

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