Autodieb schleift Besitzer mit: Mordanklage

Von: Wolfgang Schumacher
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autodieb eschweiler mitgeschleift
Soll beim Autoklau den Besitzer fast umgebracht haben: der 28-jährige Angeklagte (links) vor dem Aachener Schwurgericht, hier mit seiner Anwältin. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Eschweiler. Wegen versuchten Mordes ist seit Mittwoch der 28-jährige Fabian S. vor dem Aachener Schwurgericht angeklagt. Dem in Würselen geborenen und zuletzt in Übach-Palenberg wohnenden Angeklagten wird vorgeworfen, in den frühen Morgenstunden des 5. Dezember 2012 aus reiner Habgier sein Opfer beinahe getötet zu haben - als er dessen Auto stahl.

Der spektakuläre Fall ereignete sich morgens gegen 5.30 an einer Total-Tankstelle in Eschweiler. Als das Opfer, ein Schlosser aus dem Ort, beim Kauf einer Tageszeitung im Tankstellenshop zu seinem draußen abgestellten Wagen blickte, sah er, wie jemand damit wegfahren wollte. Anscheinend hatte der Besitzer des Opel Meriva unvorsichtigerweise die Zündschlüssel stecken lassen.

Der Besitzer, so hieß es in der Anklage, lief schnell hinaus und versuchte noch, den Diebstahl zu verhindern.  Der Schlosser, der als Nebenkläger mit im Gerichtssaal saß, versuchte damals die Fahrertür zu öffnen, um den Wagenklau in letzter Minute zu verhindern. Das gelang nicht, weil der Dieb die Sicherung von innen betätigte.

Doch dann griff der Autobesitzer beherzt durch einen offenen Fensterspalt, um von oben den Sicherungsknopf wieder herauszuziehen und die Tür zu öffnen. Das kostetet ihm beinahe das Leben. Denn der Dieb betätigte den elekrischen Fensterheber, klemmte den Arm des Mannes ein gab gleichzeitig Vollgas. „Ich bin mitgelaufen, so lange ich konnte“, berichtete der Nebenkläger am Mittwoch. Dann sei er nur noch mitgeschleift worden.

Das Auto habe eine Geschwindigkeit zwischen „40 und 50 Stundenkilometer“ erreicht, hieß es weiter. Dann öffnete der Dieb die Fensterscheibe wieder, der Mitgeschleifte schlug auf den Asphalt.

Der Prozess wird am 5. März fortgesetzt.

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