Autobahnpolizei: „A4 derzeit ein Unfallbrennpunkt“

Von: Claudia Schweda
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Die Autobahnpolizei Köln hat die A4 in unserer Region als außergewöhnlichen Unfallbrennpunkt im Blick. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Autobahnpolizei Köln hat die A4 in unserer Region als außergewöhnlichen Unfallbrennpunkt im Blick: „Die Unfallhäufung der vergangenen Wochen und Tage ist offensichtlich ein rein örtliches Problem im Großraum Düren“, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei am Mittwoch auf Anfrage. Dieser Abschnitt der A4 stehe dem statistischen Trend klar entgegen.

Mit Zahlen konnte der Sprecher diese Aussage zwar nicht untermauern. Er sprach aber von einer „nicht nur subjektiven Wahrnehmung“. Mögliche Ursache sei die ständig wandernde Baustelle bei Düren.

Erst am Wochenende war nach einem Brückenabriss die Verkehrsführung erneut geändert worden, um den Anschluss der bestehenden Trasse an den neuen A4-Verlauf vorzubereiten. Die Autobahnpolizei hatte deswegen seit dem Wochenende ihre Überwachungsmaßnahmen, die sie seit der Unfallserie vor vier Wochen ohnehin schon verstärkt hatte, noch einmal verschärft. Sowohl die Geschwindigkeit als auch der Abstand der Fahrzeuge sei mit dem zivilen Videoüberwachungsfahrzeug Provida kontrolliert worden. Dennoch ereigneten sich am Montag und Dienstag zwei weitere schwere Unfälle in diesem Bereich, bei denen sechs Menschen verletzt wurden – zwei davon lebensgefährlich.

Auf keinem anderen Autobahnabschnitt, der von der Kölner Autobahnpolizei betreut werde, gebe es eine ähnliche Häufung, betonte der Sprecher. Deswegen würden schon seit einiger Zeit zielgerichtet die Daten zu Unfällen und Unfallhäufigkeiten vor allem an Stauenden auf der A4 bei Düren analysiert. Mit den Ergebnissen gehe man dann auf die Bezirksregierung und den Landesbetrieb Straßenbau zu. Sie sind für die erlaubte Höchstgeschwindigkeit und die Baustellenführung zuständig. Konsequenzen könnten eine neue Warnbeschilderung oder ein Tempolimit in diesem Bereich sein.

Bis es so weit ist, appelliert die Polizei an alle Fahrer, vorsichtig und aufmerksam an Stauenden heranzufahren, frühzeitig den Warnblinker einzuschalten und ausreichend Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu halten.

Positive Nachrichten konnte am Mittwoch hingegen das Statistische Bundesamt vermelden: Auf deutschen Straßen sind 2012 so wenige Menschen ums Leben gekommen wie noch nie seit Beginn bundesweiter Zählungen vor mehr als 60 Jahren. Die Zahl der Verkehrstoten sank im Vergleich zu 2011 deutlich um 10,2 Prozent auf das neue Tief von 3600.

Generell bestehe aber dennoch kein Grund zur Entwarnung, sagte Amtspräsident Roderich Egeler in Berlin. Im Schnitt kämen jeden Tag immer noch zehn Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 2,4 Millionen Karambolagen und damit 1,7 Prozent mehr als 2011. „Bei sieben von acht Unfällen blieb es bei Sachschaden, bei jedem achten Unfall gab es Getötete oder Verletzte.“

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