Auto-Verkäufer wegen Mordes vor Gericht

Von: dpa
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Düsseldorf. Weil er einen Kunden ermordet haben soll, muss sich ein 29-jähriger Autoverkäufer seit Dienstag vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Als Motiv für den Mord vermutet die Staatsanwaltschaft Geldsorgen. Der angeklagte dreifache Familienvater aus Dormagen wollte sich zum Prozessauftakt nicht zu den Vorwürfen äußern.

Laut Anklage hatte das spätere Opfer in dem Autohaus, in dem der 29-Jährige arbeitete, einen Neuwagen bestellt und knapp 10.000 Euro angezahlt. Das Geld soll der Verkäufer unterschlagen haben. Um dies zu verdecken, tötete er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft den Neusser, als dieser seinen Neuwagen im Januar abholen wollte.

Danach soll er die Leiche mehrere Wochen in verschiedenen Neuwagen des Autohauses gelagert haben. Später vergrub er sie laut Anklage am Rande der A 46 bei Neuss. Erst Monate später wurde die Leiche dort zufällig gefunden. Bauarbeiter hatten in einem Gebüsch eine Hand aus der Erde ragen gesehen.

Als Motiv vermutet die Anklagebehörde Spielschulden. Sie gehe davon aus, dass der Verkäufer durch die Unterschlagung der 10.000 Euro kurzfristig ein Loch stopfen wollte, sagte Staatsanwältin Britta Schreiber. Er habe Schulden im fünfstelliger Höhe gehabt.

Der Prozess wurde am Dienstag vertagt und soll am Mittwoch mit den ersten Zeugenaussagen fortgesetzt werden. Insgesamt hat das Landgericht elf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll frühestens Mitte Januar verkündet werden. Dem Angeklagten droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe.

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