„Autismus ist eine sehr individuelle Störung“

Von: kf
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Beschäftigen sich mit Forschung und Therapie bei Autismus: Arne Hartz, Georg Kempe, Martin Schulte-Rüther, Jana Kruppa und Eileen Oberwelland. Foto: Kathrin Fuhrmann

Aachen. Martin Schulte-Rüther, Juniorprofessor an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters, erklärt, wie man Autismus erkennt und womit Betroffene oft konfrontiert sind.

WirHier: Woran kann man Autismus erkennen?

Schulte-Rüther: Autismus ist eine Störung der sozialen Interaktion und Kommunikation, die meistens schon im frühen Kindesalter zu erkennen ist. Häufig meiden Betroffene den Blickkontakt zu ihren Mitmenschen. Sie können Gestik und Mimik nicht richtig einsetzen. Autisten leben in sich zurückgezogen. Daher fällt es ihnen auch schwer, Freundschaften zu schließen. Autismus ist eine sehr individuelle Störung.

WirHier: Inwiefern?

Schulte-Rüther: Es gibt zum Beispiel Betroffene, die fokussieren sich ganz stark auf eine bestimmte Sache. Einige wenige Autisten haben spezielle Fähigkeiten und sind in einem Gebiet besonders gut. Viele haben ein ungewöhnliches Interessensmuster, andere fallen dadurch auf, dass sie außergewöhnliche stereotype Bewegungen mit ihrem Körper machen.

WirHier: Wie häufig tritt Autismus auf?

Schulte-Rüther: In Deutschland gibt es leider keine aktuellen Zahlen. Die Tendenz ist jedoch steigend. Das liegt auch daran, dass Autismus immer besser diagnostiziert werden kann. Neueste Zahlen aus den USA besagen, dass circa ein Prozent der Gesamtbevölkerung von einer Autismus-Spektrum-Störung betroffen ist.

WirHier: Wie schwer ist es für Betroffene, sich in der „normalen“ Welt zurechtzufinden?

Schulte-Rüther: Das ist individuell sehr unterschiedlich. Menschen mit Autismus fällt es oft schwer, die sozialen Regeln zu verstehen, die für uns selbstverständlich sind.

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