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Ausstellung „Fania“: Birkhuhn „Fred“ im Venn

Von: Edda Neitz
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Schauen und fühlen: An vielen Stellen gibt es etwas zu entdecken. Foto: Naturparkzentrum Botrange
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Typisch fürs Venn: die Holzstege. Foto: Tourismus Ostbelgien
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Das ist „Fred“: Er begleitet die Kinder durch die Ausstellung. Foto: Edda Neitz

Botrange. Das Ziel ist klar definiert: „Wir wollten nach 17 Jahren eine neue, interessante Dauerausstellung rund um das Thema Hohes Venn.“ Das sagt Carine Taffein, pädagogische Leiterin im Naturparkzentrum Botrange. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Ausstellung „Fania“ ist ebenso lehrreich wie unterhaltsam.

Das 9000 Jahre alte „Hohe Venn“ ist eines der größten Hochmoore Europas, gehört zu den kostbarsten Schätzen Ostbelgiens und ist heute Refugium für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. „Mir war es wichtig, dass wir Erwachsene und Kinder gleichermaßen ansprechen und dass der Besucher viel über die Menschen, die im Venn leben, erfährt“, sagt Carine Taffein. Durch die kurzweilige Ausstellung führt ein Holzsteg, den alle Venn-Wanderer kennen und der sich wie ein roter Faden durch die Ausstellung zieht.

Mit dem Thema „Klima und Wetter“ geht es los und Birkhuhn „Fred“ ist immer dabei. „Auch die jungen Besucher sollen ihren Begleiter haben“, erklärt die Pädagogin. Kurz und knapp erfahren die Besucher, warum es im Hohen Venn soviel regnet und warum es hier im Durchschnitt mehr Sonnentage gibt als anderswo in Belgien. Mit der Jahrtausend langen Entwicklung der Fauna und Flora geht es weiter. Magmagestein, Sand- und Schiefersteine, aber auch der poröse Puddingstein sind an einer Säule befestigt. Birkhuhn „Fred“ stellt die Frage nach der Beschaffenheit der Steine und fordert auf, die Gesteine zu erfühlen. Dass die Tiere nach der Eiszeit in den Norden wanderten und manche Tiere in der Region blieben, wird anhand einer großen Stellwand knapp und anschaulich erklärt. Alle Informationen sind durchgehend dreisprachig. Statt langer Informationstexte, gibt es auch Filmbeiträge. Einer erzählt über die Balz der Birkhähne und ihre leidenschaftliche Werbung um die Henne.

Wie sich die Landschaft durch den Menschen verändert hat, erfährt der Besucher im nächsten Teil der Ausstellung. Torfabbau war bis zum 20. Jahrhundert eine wichtige Erwerbsquelle für viele Menschen im Venn. Ein Film berichtet über den Torfabbau und zeigt, wie die abgestochenen Torfbriketts jeweils zu Fünfer -Häufchen zusammengestellt werden. „Das hat einen praktischen Hintergrund“, sagt Carine Taffein und fügt hinzu, „es ist einfacher in fünfer Reihen statt in dreier oder vierer Reihen zu zählen“. Wer den pflanzlichen Brennstoff noch nie in der Hand hatte, der kann in einem Korb den Torf erfühlen.

Informationen über die verschiedenen Agrarpraktiken werden anhand von Werkzeugen erklärt. Darüber hinaus erfährt der Besucher, wie sich die Landschaft durch die Bewirtschaftung verändert hat und welche Problem daraus entstanden sind. Zwar gibt es an vielen Stellen der Ausstellung etwas zu fühlen, riechen, drehen, aufzuklappen oder auszuprobieren, doch die umfassende Sinneserfahrung kommt erst im Sinnestunnel. Die Eigentümlichkeit der Moorlandschaft, wenn Nebelschwaden über dem Boden wabern und die Umrisse verschwimmen, offenbart sich dem Besucher im Sinnestunnel. Es ist dämmrig, der klagende Ruf der Eule ertönt und an der Decke ist eine riesige Spinne im Netz zu sehen. Auch ein Eichhörnchennest lädt ein, sich darin zu verkriechen und einen Fuchsbau kann man erkunden. Am Barfußpfad können Mutige, dann noch auf Steinen, Rinden, Fichtenzapfen und Torf laufen. So kommt man den Geheimnissen dieser Landschaft und seiner anrührenden Schönheit Schritt für Schritt auf die Spur.

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