Freizeittipps

Ausstellung „Der Aachener Dom“: Lebendige Geschichte im Pavillon

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:
6973510.jpg
Drei achteckige (oktogonale) Pavillons laden im Düsseldorfer Landtag ab 28. Januar dazu ein, sich dem Phänomen „Der Aachener Dom“ zu nähern und auch die Chorhalle als größtes „Glashaus Europas“ zu erfahren. Fotos: Harald Krömer, Collage: Horst Thomas
6973203.jpg
Historikern Kathrin Steinhauer (RWTH Aachen) sorgt für ein vielschichtiges Ausstellungskonzept bei „Der Aachener Dom“ im Düsseldorfer Landtag.

Aachen. Mosaikfußböden und goldglänzender Stoff, der an prachtvoll gestaltete Gewölbe erinnert: Wer im Düsseldorfer Landtag die von der Europäischen Stiftung Aachener Dom ermöglichte Ausstellung „Der Aachener Dom“ (28. Januar bis 6. März) besucht, durchwandert in drei achteckig (oktogonal) gestalteten Pavillons, die in der Wandelhalle des Gebäudes aufgebaut werden, drei eindrucksstarke Abschnitte geistlich-europäischer Geschichte.

„Wir holen den Besucher hinein in den Dom, wollen ein Gefühl für dessen spirituelle und historische Bedeutung vermitteln“, beschreibt Kathrin Steinhauer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Institut der RWTH Aachen, ihr Ausstellungskonzept. Sie hat sich dabei auf drei zentrale Themen konzentriert, die man separat erkunden kann: die Marienkirche Karls des Großen mit Ausstattung und allerhand Zahlensymbolik, die Aachener Heiligtumsfahrt in Ritus und Ablauf sowie die vor 600 Jahren (1414) eröffnete gotische Chorhalle, das „Glashaus Europas“. Anschaulich erklärt sich die Architektur des Gotteshauses durch ein Modell, das Kathrin Steinhauer bei der Aachener Berufsfeuerwehr entdeckte und sich sofort für die Ausstellung sicherte. „Es gehört zu den Löschplänen, die alle Feuerwehrleute kennen müssen“, erzählt sie. „Zwei Mal im Jahr übt die Feuerwehr den Einsatz am Dom. Jetzt gewinnen die Besucher damit wichtige Eindrücke.“

Große Pilgerströme

Die Bedeutung der Chorhalle wird nach Ansicht von Michael Wirtz, Vorsitzender des Beirates der Europäischen Stiftung Aachener Dom, häufig unterschätzt: „Ein Achtel des Oktogons wurde damals aufgebrochen, um die Chorhalle anzugliedern und den großen Pilgerströmen gerecht zu werden, ein außergewöhnlicher, gewagter Vorgang“, so Wirtz.

Nach dieser ersten Präsentation in Düsseldorf wird die Schau nach Aachen – vermutlich in die Schalterhalle der Sparkasse – kommen. „Im Vorfeld der Heiligtumsfahrt ist das sicherlich ein schönes Angebot“, sagt Wirtz. Die Europäische Stiftung will sich damit allerdings nicht zufrieden geben: „Ich wünsche uns als nächste Ausstellungsorte Brüssel und Berlin, dort am besten den Reichstag“, betont Wirtz. „Feste Absprachen gibt es zwar noch nicht, aber ich bin sicher, dass wir das schaffen.“

Auch für Dompropst Helmut Poqué ist die Ausstellung eine wichtige Chance, der europäischen Dimension des Doms verstärkt Außenwirkung zu verleihen. Was 1995 vom Domkapitel ins Leben gerufen wurde, um in erster Linie den Gebäudebestand zu sichern, habe mit der Pflege des christlich-europäischen Erbes einen deutlich erweiterten Stiftungszweck gefunden.

Um diese Gedanken einer breiten Öffentlichkeit und verstärkt jungen Menschen nahezubringen, hat Kathrin Steinhauer eine abwechslungsreiche multimediale Umsetzung der Inhalte vorbereitet. So sind ihre drei Pavillons bequem begehbar. Man tatsächlich über fotografisch geschickt gestaltete Mosaikböden und erfährt mit der achteckig-architektonischen Besonderheit tatsächlich ein wenig Dom-Atmosphäre. Informationstexte gibt es zwar, aber sie sind knapp gehalten, verspricht die Planerin. Reizvoll ist der „3D-Flug durch den Aachener Dom“, ein virtuell raffiniert entwickelter Rundgang, den Informatiker der RWTH entwickelt haben. Auf einem weiteren Bildschirm gibt es lebendige Eindrücke von der Heiligtumsfahrt. Der Ausstellungsbesucher ist dabei, wenn die Heiligtümer gezeigt werden und die Gläubigen in den Dom strömen. In einem dritten Pavillon tönen zudem Klangelemente, die den Dom als „klingende Kathedrale“ und Ort zahlreicher musikalischer Ereignisse ausweisen.

Und die goldglänzenden Stoffe? Sie sollen nicht nur an die kunstvollen Dom-Mosaiken erinnern, sondern auch an das im kostbaren Barbarossa-Leuchter„erzählend“ umgesetzte Bild vom himmlischen Jerusalem mit seinen Türmen und Engeln. Im Idealfall wird all das beim Gast der Schau die Lust wecken, möglichst rasch das Aachener „Original“ zu besuchen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert