Ausbrecherprozess geht in die Sommerpause

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Peter Paul Michalski JVA
Lange Isolationshaft hinterlässt Spuren: Der im JVA-Prozess angeklagte Peter Paul Michalski (im Vordergrund) kann dem Prozess nur schwer folgen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es war der letzte Tag vor einer längeren Sommerpause, die im Mammutprozess um die beiden Aachener Ausbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski sowie um ihren mutmaßlichen Fluchthelfer, den Justizvollzugsbeamten Michael K. (40), eingelegt wird.

Die Pause kommt im Verfahrensverlauf sogar eher gelegen, da der 40-jährige Beamte bereits seit zwei Sitzungen der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht von Unwohlsein und Schwindelanfällen heimgesucht wird. Dagegen hat sich die Schwächephase des verurteilten Mörders Peter Paul Michalski augenscheinlich langsam, aber stetig verbessert.

Auf seine Gutachter kommt es jedoch an, ob im September wieder in vollem Umfang verhandelt werden kann. Der 46-Jährige hatte über arge Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen geklagt, das klärende Gutachten soll voraussichtlich am 16. September vorgetragen werden. Davor gibt es am 13. August und am 6. September zwei verkürzte Verhandlungstage. Die meisten Zeugen wurden ausgeladen, weitere Prozesstermine gibt es allerdings bereits bis in den November hinein.

Am Dienstag geriet der Ausbrecher-Prozess erneut zu einer Bestandsaufnahme der internen Situation in der JVA.

Zwei Vollzugsbeamte, 39 und 33 Jahre alt, stellten sich den erneut bohrenden Fragen der Verteidiger. Sie versuchen ein Szenario vom Inneren der JVA-Aachen zu zeichnen, das die beiden Schwerverbrecher gleichsam zur Flucht gedrängt habe. Auch für den Justizvollzugsbeamten K. geht es darum, die Perspektivlosigkeit der Aachener Anstalt nachzuweisen. Er gab an, nur noch mit schweren Depressionen seinen Dienst versehen zu haben - die Flucht der beiden und seine Verhaftung sei ein seelischer Befreiungsschlag gewesen.

Die beiden Zeugen sahen das anders. Der 39-Jährige gab an, seit 1996 gerne in der JVA zu arbeiten, der 33-Jährige berichtete offen darüber, dass er sich gerne um die persönlichen Anliegen der Häftlinge kümmere. Beide mussten allerdings auch zugeben: Es gibt in der Tat Drogen und Alkohol in der JVA, auch in Haus I und IV, wo sie am Fluchttag, dem 26. November 2009, tätig waren. Schwankende Häftlinge in den Anstaltsgängen kämen vor, Handys würden des Öfteren konfisziert, auch von Schlepper-Kollegen, die verbotene Gegenstände in die JVA bringen und verkaufen, hätten sie Kenntnis.
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