Ausbrecher hatten bereits vor Monaten Waffe

Von: ddp/dpa
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Aachen. Die beiden Aachener Gefängnisausbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski hatten bereits Monate vor ihrer Flucht eine Waffe. Dies teilte der Aachener Oberstaatsanwalt Robert Deller am Montag mit.

Es habe sich aber nicht um eine scharfe Waffe gehandelt, sondern um eine Gaspistole. Wie die „Bild”-Zeitung (Montagausgabe) berichtete, gestand Heckhoff den Ermittlern den Waffenbesitz in einem Verhör. Daraufhin wurde die Pistole nahe der Justizvollzugsanstalt (JVA) gefunden.

Die SPD verlangte eine vollständige Aufklärung des Falls. Er habe die Waffe samt Munition von einem Justizvollzugsbeamten bekommen, dessen Namen Heckhoff laut „Bild” nicht verraten wollte. Die Ermittler vermuten demnach, dass er sie vom mutmaßlichen Fluchthelfer, einem JVA-Bediensteten, gekauft hat.

Am Fluchtabend, kurz nach Verlassen der JVA, wo ihnen der JVA-Wärter zwei scharfe Waffen ausgehändigt haben soll, warf Heckhoff die Gaspistole dem Zeitungsbericht zufolge weg. Die beiden Gefängnisausbrecher Michalski und Heckhoff waren am 26. November von Aachen zunächst nach Köln und von dort ins Ruhrgebiet geflüchtet. Auf ihrer Flucht hatten die Schwerverbrecher insgesamt fünf Menschen zwischenzeitlich als Geiseln genommen.

Am 29. November wurde Heckhoff in Mülheim an der Ruhr, am 1. Dezember Michalski in Schermbeck (Kreis Wesel) festgenommen. Die SPD-Opposition kritisierte Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU).

„Es erhärtet sich immer mehr der Eindruck, dass es in der JVA Aachen vor der Flucht der beiden Schwerverbrecher drunter und drüber gegangen ist. Doch die CDU-Ministerin tut nichts für eine umfassende und lückenlose Aufklärung der Vorgänge”, sagte SPD-Fraktionsvize Ralf Jäger. Müller-Piepenkötter müsse „umgehend erklären, wieso die Waffe über einen so langen Zeitraum nicht gefunden wurde”.

Müller-Piepenkötter muss sich im Landtag erneut den Fragen der Opposition zum Ausbruch von zwei Schwerverbrechern aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen stellen. Am 13. Januar 2010 solle die Ministerin im Rechtsausschuss des Parlaments Medienberichte über weitere Pannen im Zusammenhang mit dem Ausbruch erklären, teilte die Grünen-Justizexpertin Monika Düker am Montag in Düsseldorf mit.
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