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Aus für Krankenhaus Bardenberg ist beschlossene Sache

Von: René Benden
Letzte Aktualisierung:
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Die in Bardenberg beheimatete Lungenklinik und die Urologie werden als letzte medizinische Abteilungen auch an den zentralen Standort Marienhöhe nach Würselen ziehen. Foto: Karl Stüber

Aachen. Das Medizinische Zentrum (MZ) der Städteregion Aachen in Würselen wird den Krankenhausstandort in Bardenberg aufgeben.

Das hat der Städteregionstag bei seiner gestrigen Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Die in Bardenberg beheimatete Lungenklinik und die Urologie werden als letzte medizinische Abteilungen auch an den zentralen Standort Marienhöhe nach Würselen ziehen.

Alle Fraktionen konnten sich darauf verständigen, dass in Bardenberg zukünftig 500 Ausbildungsplätze für Pflegekräfte in der Alten-, Kinder- und Krankenpflege entstehen sollen. Außerdem soll die Geburtsklinik des MZ, die von der Schließung bedroht war, auch in Zukunft erhalten bleiben.

SPD und Linke im Städteregionstag kritisierten die Aufgabe des Standorts Bardenberg. Die damit verbundenen Umbauten am Standort Marienhöhe basierten auch auf der Annahme, dass es Fördermittel geben würde. Ob tatsächlich Geld fließt, sei aber nicht sicher. Aus diesem Grund schlug die SPD vor, den Standort in Bardenberg zu erhalten, um die Investitionskosten zu senken. Dieser Vorschlag fand jedoch keine Mehrheit.

Zu Beginn des Jahres hatte die Geschäftsführung des MZ geplant, die Geburtsklinik in Marienhöhe zu schließen, weil die Abteilung Verluste schrieb. Dieser Plan wurde heftig kritisiert. Schließlich schaltete sich auch die Bezirksregierung Köln ein und forderte die Verantwortlichen des zweitgrößten Krankenhauses in der Städteregion Aachen auf, die Geburtsklinik zu erhalten.

In Gesprächen der Städteregion mit der Bezirksregierung entstand die Idee, die Geburtsklinik zu erhalten, indem man Fördergelder eines Bundesprogramms zum Abbau von Krankenhausbetten beantragt. Um realistische Chancen auf eine Förderung zu erhalten, wird nun der Standort Bardenberg aufgegeben. In den kommenden Jahren soll der Standort Marienhöhe für insgesamt rund 32 Millionen Euro ausgebaut werden.

SPD-Fraktionschef Martin Peters kritisierte, dass der Städteregionstag erst vor zwei Jahren beschlossen habe, dass das Krankenhaus Bardenberg eine Zukunft habe. „Da frage ich mich schon, welche Halbwertszeit unsere Beschlüsse haben.“ Zumal völlig offen sei, ob der Ausbau in Marienhöhe tatsächlich gefördert werde.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) räumte ein, dass es bei der Förderung tatsächlich noch ungeklärte Fragen gebe. „Es geht jetzt zunächst darum, uns die Option zu erhalten“, sagte Etschenberg. Den geplanten Ausbau am Standort Marienhöhe gebe es auch ohne Förderung. Allerdings müsse man dann einen größeren Zeitrahmen bei der Finanzierung wählen.

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