Aachen - Aus der Haft junge Mutter zum Missbrauch ihres Kindes angestiftet

Radarfallen Bltzen Freisteller

Aus der Haft junge Mutter zum Missbrauch ihres Kindes angestiftet

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Symbol JVA Aachen Justizvollzugsanstalt Gefängnis Haft Prozess Gericht Richter dpa
Klaus R. war zum Zeitpunkt der Tat in der JVA Aachen inhaftiert. Von hier aus hat er eine junge Frau durch Handykontakt dazu gebracht, ihren Sohn sexuell zu missbrauchen und ihm Videos davon zu schicken. Foto: dpa

Aachen. Man kann nicht sagen, dass Klaus R. sein Urteil gelassen hinnahm. Und das ist auch verständlich, weil das Urteil bedeuten könnte, dass Klaus R., 52, den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringt. R. ist bereits seit 20 Jahren unter anderem wegen mehrerer Vergewaltigungen in Haft.

Am Montag nun verurteilte ihn die 5. Große Strafkammer des Aachener Landgerichts unter dem Vorsitz von Richter Roland Klösgen wegen Anstiftung zu sexuellem Missbrauch von Kindern, dem Besitz kinderpornografischer Inhalte und wegen einer Falschaussage zu weiteren sechs Jahren und drei Monaten Haft – plus anschließender Sicherungsverwahrung.

Der heute im westfälischen Werl inhaftierte R. war 2012 noch Sicherungsverwahrter in der JVA Aachen. Von dort aus, hieß es in der Urteilsbegründung, habe er im Chat eines Fernsehsenders unter dem Pseudonym „Franko“ eine damals 21-Jährige Mutter aus der Nähe von Bingen am Rhein kennengelernt.

Über sein Handy, das er in der Haft eigentlich gar nicht hätte haben dürfen, schaffte er es, die junge Frau in eine virtuelle sexuelle Abhängigkeit zu sich zu bringen. Die 21-Jährige folgte schließlich seinen telefonischen Anweisungen, ihren damals dreijährigen Sohn sexuell zu missbrauchen und davon Fotos und Videos anzufertigen. Diese schickte sie dann auf Klaus R.s Handy in der JVA Aachen.

„Der Angeklagte ist seit 20 Jahren an pädophilen Inhalten interessiert“, stellte Richter Klösgen fest, außerdem habe er „einen Hang“ zu Sexualstraftaten, womit das Gericht die zusätzliche Sicherungsverwahrung begründete. Klaus R. hatte vor dem Aachener Gericht angegeben, das Handy sei gar nicht sein eigenes gewesen, sondern habe einem Zellengenossen gehört. Das Gericht erkannte darin eine Falschaussage.

Bereits 2013 hatte die 21-Jährige aus Bingen vor dem Mainzer Landgericht gestanden. Die Mutter der 21-Jährigen hatte vor Gericht gesagt, ihre Tochter habe den dreijährigen Sohn aus Liebe zum virtuellen Bekannten „Franko“ alias Klaus R. missbraucht.

Die 21-Jährige selbst hatte angegeben, von „Franko“ bedroht worden zu seine, falls sie ihm Fotos und Videos nicht schicke. Am Ende war sie zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert