Auftragskiller wegen Doppelmordes zu lebenslanger Haft verurteilt

Von: dapd
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Auftragskiller
Für einen kaltblütigen Doppelmord ist ein 23-jähriger Auftragskiller in Düsseldorf zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Drogenabhängigen am Dienstag wegen zweifachen Mordes schuldig. Foto: dpa

Düsseldorf. Wegen Doppelmordes ist ein 23-jähriger Gelegenheitsarbeiter am Dienstag vom Landgericht Düsseldorf zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann aus dem hessischen Burghaun im Juni 2010 einen 82-Jährigen und dessen Tochter in ihrer Düsseldorfer Wohnung erschossen hatte.

Den Auftrag dazu soll der Stiefsohn des Rentners, ein 56-jähriger Bordellbetreiber, gegeben haben, weil er seine Enterbung fürchtete.

Der 23-Jährige hat vor Gericht ein umfassendes Geständnis abgelegt. Demnach hatte er sich als falscher Paketbote Zugang zu der Wohnung der Familie verschafft, um im Auftrag des Bordellbetreibers dessen Stiefvater und dessen Stiefschwester zu töten. Dafür hatte er nach eigenen Angaben 3.000 Euro bekommen.

Mit seinem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Richter Rudolf Wolf sagte, es sei ein kaltblütiger Mord gewesen. Der Angeklagte habe die Opfer überrumpelt und sie anschließend erschossen. Die Tat sei im Detail geplant gewesen. Ein milderes Urteil als eine lebenslange Freiheitsstrafe käme nicht infrage. Der 23-Jährige, der laut Gericht früher als Hooligan in der Fußball-Szene aktiv war, habe die Tat zwar gestanden. Es habe aber ohnehin bereits ein dringender Tatverdacht gegen ihn und seinen mutmaßlichen Auftraggeber bestanden. Die Verteidigung kündigte Revision gegen das Urteil an. Sie hatte eine Haftstrafe zwischen 12 und 15 Jahren gefordert.

Die Polizei hatte monatelang vergeblich nach dem Mörder gesucht, kam dann aber mithilfe von Sprachforschern und einer Radarfalle auf die Spur des 23-Jährigen und seines mutmaßlichen Auftraggebers. Denn eines der beiden Opfer hatte kurz vor den tödlichen Schüssen noch per Handy die Polizei verständigen können, die Leitstelle hatte das dramatische Geschehen aufgezeichnet. Sprachforscher fanden heraus, dass der Täter mit hessischem Dialekt gesprochen hatte. Weitergehende Ermittlungen ergaben zudem, dass der mutmaßliche Auftraggeber in seinem Wagen auf dem Weg von Düsseldorf zurück nach Hessen geblitzt worden war.

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Anstifter war wegen einer zwischenzeitlichen Erkrankung des Angeklagten Mitte Dezember neu aufgerollt worden. Dieses Verfahren soll im Februar abgeschlossen werden.
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