Städteregion - Aufgabe des Krankenhauses Bardenberg nicht vom Tisch

Aufgabe des Krankenhauses Bardenberg nicht vom Tisch

Von: Karl Stüber
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Demnächst wieder Baustelle? Nahe dem neuen Haupteingang des Medizinischen Zentrums soll ein neuer OP-Trakt gebaut werden. Foto: Stüber

Städteregion. „Der Masterplan hat weiter seine Gültigkeit. Wir haben uns im Aufsichtsrat erst einmal auf die nächsten Schritte konzentriert, die wir auch finanziell umsetzen können.“ Dies sagte Städteregionsrat Helmut Etschenberg (CDU) auf Nachfrage unserer Zeitung zu den jüngst beschlossenen Investitionen in Höhe von 10,5 Millionen Euro am Standort Marienhöhe des Medizinischen Zentrums Würselen (MZ).

Demnach wird jetzt der Bau eines neuen, etwa zehn Millionen teuren OP-Trakts konkret geplant. Auch zwei neue Kreißsäle und eine moderne Entbindungsstation für 500.000 Euro sollen dort nahe dem Haupteingang entstehen. Beide Projekte sollen noch in diesem Jahr realisiert werden.

„Die Aufsichtsratssitzung fand in einem sehr angenehmen Klima statt und war von Konsens getragen“, betonte Etschenberg. Da war es in einer Sitzung zuvor zwischen den Gesellschaftern Knappschaft Bahn-See und der Städteregion noch anders abgegangen. Die Knappschaft hatte massive Kritik am Mehrheitsbeschluss des Städteregionstages über den „Masterplan II“ geübt.

Dort war auch beschlossen worden, die Urologie und die Lungenheilkunde in den nächsten Jahren von Bardenberg nach Marienhöhe zu verlegen, was faktisch auf die Schließung des Knappschaftskrankenhauses hinausläuft. Solche Knackpunkte waren bei der Aufsichtsratssitzung jetzt ausgeklammert worden. Vom Tisch ist das aber keineswegs.

Etschenberg ist im Konsens mit der Knappschaft froh darüber, dass dem Erhalt der zuletzt zur Disposition stehenden Geburtshilfe nichts mehr im Wege steht. Auch in der Modernisierung des OP-Bereichs sehen beide Gesellschafter dringenden Handlungsbedarf.

Geschäftsführer in der Pflicht

Wieder spannend dürfte es werden, wenn es um die weitere Realisierung des Masterplans steht. Hier ist laut Etschenberg MZ-Geschäftsführer René A. Bostelaar in der Pflicht, für die finanziellen Rahmenbedingungen zu sorgen. Leider sei die Entscheidung über Fördermittel aus dem Strukturfonds Krankenhaus („Bettenabbauprämie“) noch nicht gefallen und werde sich wohl „noch deutlich weiter verschieben“.

Etschenberg: „Wir werden uns nach Klärung der finanziellen Rahmenbedingungen im Aufsichtsrat mit dem Thema erneut befassen. Hierfür muss der Investitionsplan erst noch aufgestellt werden.“ Die von der Kassenärztlichen Vereinigung gewünschte Verlegung der Notfallpraxis von Bardenberg nach Marienhöhe sei an diesen Schritt gekoppelt.

In der Kommentierung des aktuellen Beschlusses des MZ-Aufsichtsrates kommt der Vorsitzende der oppositionellen SPD-Fraktion im Städteregionstag, Martin Peters, teilweise zu einer anderen Bewertung. „Anstatt jetzt erstmal die Scherben des angerichteten Schadens aufzusammeln, hätte man viel früher Einigkeit erzielen können“, erinnert er an den Streit zwischen den Gesellschaftern.

Dass der Aufsichtsrat MZ-Geschäftsführer Bostelaar mit der weiteren Planung und dem Bau des neuen OP-Traktes beauftragte habe und dass in die Modernisierung der Geburtenhilfe investiert werde, findet Peters gut. „Bereits bei der Abstimmung im Städteregionstag im März brachten wir einen alternativen Antrag zur Verwaltungsvorlage ein, der beinhaltete, dass acht OP-Säle und eine postoperative Behandlungseinheit neu gebaut werden, 50 neue Betten in Marienhöhe angebaut sowie der Bau von Kreißsälen, Wöchnerinnenstation, Untersuchungs- und Behandlungsbereich zu realisieren ist“, sagte Peters.

„Insbesondere die Schließung der Geburtenhilfe war für unsere Fraktion indiskutabel.“ Umso mehr befürworte die SPD die Entscheidung, nun doch in diesen Bereich zu investieren.

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