Schleiden - Auf Vogelsang regelt ein Neuer die Finanzen

Auf Vogelsang regelt ein Neuer die Finanzen

Von: Claudia Schweda und Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:
Vogelsang
Seit 2012 wird Vogelsang umgebaut, doch die ursprünglich veranschlagten 35,1 Millionen Euro reichen bei weitem nicht mehr aus. Foto: Oliver Berg/dpa

Schleiden. Auf Vogelsang führt ein zweiter Geschäftsführer seit kurzem die Finanzgeschäfte rund um den Um- und Ausbau des Forums Vogelsang, das mit steigenden Baukosten zu kämpfen hat.

Der Aufsichtsrat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass künftig der 58-jährige Ulrich Hammes von der Kölner Unternehmensberatung Rosenbaum-Nagy für die gesamte finanz- und fördertechnische Abwicklung des Projektes in der Endphase zuständig ist, teilte der Landschaftsverband Rheinland (LVR), Mehrheitsgesellschafter auf Vogelsang, auf Anfrage mit.

Seit Beginn des Vogelsang-Projekts war bislang Albert Moritz alleiniger Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft Vogelsang ip. Gegen ihn und zwei weitere Verantwortliche auf Vogelsang, darunter der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Poth (CDU), Allgemeiner Vertreter des Euskirchener Landrats, ermittelt die Staatsanwaltschaft derzeit wegen Subventionsbetrugs.

„Kein Misstrauensvotum“

Moritz ist künftig nach Angaben des LVR noch zuständig für die Planung der Gastronomie, Bildungsangebote, Vorbereitung und Durchführung von Gremienarbeit, Planung und Realisierung des NS-Dokumentations- und des Besucherzentrums Eifel und innerhalb der Gesellschaft für Personal und Finanzen, die nicht mit dem Umbau in Verbindung stehen.

Die Berufung des zweiten Geschäftsführers sei „kein Misstrauensvotum gegen Moritz, sondern eine Unterstützung in der letzten Phase“, betont Elisabeth Paul (Grüne), die für die Städteregion Aachen im Aufsichtsrat sitzt. Auch der LVR antwortet auf die Frage, ob die Entscheidung für Hammes mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in Zusammenhang stehe, mit „Nein“.

Seit 2012 wird Vogelsang umgebaut, doch die ursprünglich veranschlagten 35,1 Millionen Euro reichen bei weitem nicht mehr aus. Die Mehrkosten belaufen sich nach Angaben von Vogelsang inzwischen auf 8,1 Millionen. Im November hatte der Kreis Euskirchen als ein Gesellschafter deswegen beschlossen, Vogelsang mit einem weiteren Darlehen von fünf Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Erst im Sommer war ein Darlehen in gleicher Höhe bewilligt worden.

Der zweite Geschäftsführer führt nun zu weiteren Kosten, deren Höhe der LVR aus Vertraulichkeitsgründen nicht beziffern wollte. Allerdings entspreche das Honorar den „gewöhnlichen Sätzen einer Beratungsfirma“. Diese belaufen sich im Normalfall auf vierstellige Summen – pro Tag. Der Vogelsang-Aufsichtsrat geht bislang davon aus, dass der Einsatz von Hammes bis ins zweite Quartal 2016 reichen wird.

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