Auf Qualität und Recherche kommt es an

Von: Naima Wolfsperger
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Zweiter Platz unter vielen Einsendungen: die Redakteure der Schülerzeitung "KogelStreetNews" (hier bei der Siegerehrung in Solingen) heimsten den zweiten Platz beim Schülerzeitungswettbewerb der rheinischen Sparkasse ein.
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Die Redakteure der Schülerzeitung „KogelStreetNews“: hier bei der Arbeit Foto: Naima Wolfsperger

Solingen/Stolberg. Die Redakteure der Schülerzeitung der Stolberger Ganztagshauptschule in der Kogelshäuserstraße sammeln Preise wie andere Leute Pilze im Wald. Im Schuljahr 2003/04 wurden die „KogelStreetNews“ (KSN) von Lehrerin Claudia Titz und einem ihrer Kollegen gegründet. Nach einer Anlaufphase beginnt die Schülerzeitung im Jahr 2008, Wettbewerbe zu gewinnen. Bis 2014 kann die Schülerredaktion stolze 13 Preise als Lohn für ihre Mühen verbuchen.

Diesen Juni gibt es gleich zwei Ehrungen, am 30. Juni werden die Preise des „Schülerzeitungswettbewerb der Länder 2014“ in Berlin verliehen. Am Montag wurden die Kogelhäuser, als erste Hauptschule überhaupt, im Rahmen des Schülerzeitungswettbewerbs der rheinischen Sparkassen unter die besten acht gewählt – unter anderem wegen der „sachlichen Berichterstattung“. Zudem heißt es in der Begründung: „Eine sehr kreative und informative Arbeit mit Grafiken sowie eine engagierte und kritische Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist.“ Die Belohnung: Für Rang zwei hinter „Notenfrei“ der Schüler der Karl-Kisters-Realschule aus Kleve gab es 1500 Euro.

An einem Thema dranbleiben

Das Besondere an diesem Preis ist, dass der Hauptwettbewerb für die Klassen 5 bis 13 keine weitere Kategorisierung vornimmt. Ausgeschrieben von den Sparkassen und in Kooperation mit zehn Tageszeitungen, darunter unsere Zeitung, werden in verschiedenen Kategorien die besten Schülerzeitungen mit insgesamt 15 000 Euro belohnt. Die „KSN“ mussten sich einerseits gegen das Bildungsniveau von Realschulen und Gymnasien durchsetzen, andererseits auch gegen Schüler, die um einiges älter sind als die Ganztagshauptschüler. Claudia Titz, die die Schülerzeitung noch immer begleitet, verrät das Geheimnis des Erfolgs: „Entscheidend ist das besondere Engagement der Schüler. Sie identifizieren sich mit der Zeitung.“

Die „KSN“ sind mit den Jahren gewachsen und haben sich dabei stetig verbessert. Durch Unterstützung des Fördervereins der Schule, über Werbeanzeigen und schließlich über Preisgelder konnten zusätzlich Ausrüstung und Produktion verbessert werden. „Anfangs wurden die Seiten noch bei uns gedruckt, sortiert und geheftet“, sagt Titz, „heute haben wir schon fast eine Hochglanzausgabe.“

Dicke und Glanz des Papiers bestimmen aber weder die Qualität des Inhalts einer Zeitung noch die Attraktivität des Layouts – und Pressepreise lassen sich damit schon gar nicht gewinnen. Wichtig war den Jungredakteuren von Beginn an, in ihrer Zeitung einen roten Faden zu haben. Seit 2012 fokussieren sie sich in jeder Ausgabe auf ein Thema. Die Recherche dafür kann durchaus mehrere Jahre dauern. „Für die Ausgabe ‚Gegen Rechts‘ haben die Schüler über zwei Jahre immer neue Inhalte zusammengetragen. So konnten sie ein fundiertes Bild erhalten und auch entsprechend präsentieren“, erklärt Titz. Besondere Freude finde sie daran zu sehen, wie konzentriert und zielgerichtet die Schüler sich in die Schwerpunktthemen einarbeiten „und von der Themensuche bis zum Endprodukt ‚Zeitung‘ wirklich bei der Sache bleiben“.

Es kommt durchaus vor, dass die Schüler ihre Freizeit für die „KSN“ opfern. Während Klassenkameraden Fußball spielen oder vor der Playstation sitzen, sortiert die Schülerredaktion der Stolberger Ganztagshauptschule dann auch mal Fotos oder dokumentiert öffentliche Veranstaltungen in der Stadt.

Die „KSN“ erhalten ihr Profil durch das Engagement und die Eigeninitiative der Schüler, durch die Konzentration auf spezifische Themen und den Willen nicht nur Freizeit in ihre Projekte zu stecken, sondern auch ihre eigene Arbeit wieder und wieder kritisch zu durchleuchten, zu redigieren und zu verbessern, sagt Lehrerin Titz. Einsatz und Fleiß machen sich in diesem Jahr besonders bezahlt, dürfen sie doch über zwei weitere Preise berichten.

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