Auf dem Weg zu einem weltweiten Netz der Freiheit

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
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Vielfältig: die „Freiheit“ aus Holz und Filz von Gabi Schmertz in der Aula der Gesamtschule (gr. Bild) und die Findlingssäule der Schüler.
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Vielfältig: die „Freiheit“ aus Holz und Filz von Gabi Schmertz in der Aula der Gesamtschule (gr. Bild) und die Findlingssäule der Schüler.

Alsdorf. Ein weltumspannendes Netz von Kunstwerken, die die Menschen dazu anregen, sich aktiv für Toleranz, Respekt und Demokratie einzusetzen – das ist die Vision des Alsdorfer Bildhauers Alfred Mevissen. Mit seinem Projekt „Pillars of Freedom“ („Säulen der Freiheit“) ist er diesem Ziel innerhalb des vergangenen Jahres ein riesiges Stück näher gekommen: Verteilt auf 20 Länder haben mehr als 90 Künstler 112 Säulen geschaffen.

Das ist die beachtliche Bilanz, die Mevissen bei der vorläufigen Abschlussveranstaltung in der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf am Donnerstagabend ziehen konnte.

Der für die Veranstaltung gewählte Tag, der 9. November, stehe wie kein anderer für Freiheit ebenso wie für Unfreiheit, sagte Sabine Verheyen, Europaabgeordnete und Schirmherrin des Projekts. „Einerseits steht das Datum für den Auftakt des Schreckens und Mordens in Europa 1938, andererseits ist der Tag des Mauerfalls 1989 ein Symbol der Freiheit und des Zusammenhalts.“

Per Videoschaltungen wurden Performances und Feierlichkeiten an verschiedenen Säulen-Standorten in Südtirol, den Niederlanden und Ravensburg zugeschaltet. Auch außerhalb von Europa haben Künstler Mahnmale für den unschätzbaren Wert geschaffen, den ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit hat. Der amerikanische Künstler Calvin Babich hat nicht nur eine der Skulpturen auf dem Kunstpfad durch die Alsdorfer Parks geschaffen, sondern auch in seiner Heimat Toledo im US-Bundestaat Ohio eine steinerne „Säule der Freiheit“ errichtet.

Viele Manifeste der Freiheit konnten die rund 150 Besucher nicht nur per Video begutachten, sondern in der Aula der Gesamtschule im direkten Gespräch mit den anwesenden Künstlern kennenlernen. Die Holzschnitt-Säule von Beate Bündgen zum Beispiel zeigt Freiheit im Zusammenhang der vier Elemente des Lebens, die von einem losen Knoten zusammengehalten werden. Für Gabi Schmertz liegt die Freiheit in der Natur und deren Erhaltung – ihre ungewöhnliche Säule besteht ausschließlich aus den Naturmaterialien Holz und Filz.

Menschen bekommen Gesichter

Das Werk von Ahin Sido hat zwei Seiten: Die Syrerin ist seit knapp zwei Jahren in Deutschland. Die Familie ist noch in der Heimat, auch ihre Zeichnungen und Bilder musste sie zurücklassen. Die eine Seite zeigt das erste Bild, das sie in Deutschland gemalt hat. Es zeigt schwarze, schemenhafte Gestalten vor einem düsteren Hintergrund. Das gleiche Motiv zeigt die andere, erst vor Kurzem entstandene Seite, doch sind die Farben freundlicher, die Menschen haben Gesichter bekommen.

„Das Projekt führt uns vor Augen, dass die Freiheit nicht selbstverständlich ist“, sagte Verheyen. „Auch in Europa sind wir versucht, die Freiheit zugunsten der Sicherheit einzuschränken. Dabei die Balance zu finden, ist eine große Aufgabe unserer Zeit“, sagte Verheyen.

Unter der Leitung von Alfred Mevissen hatten auch Schüler der Gesamtschule aus Findlingen verschiedener Gesteinsart und Herkunft eine Freiheitssäule geschaffen. In einer Deklaration versprechen die beteiligten Künstler ihren weiteren Einsatz für die Freiheit.

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