Atomkraftwerk Tihange: Zweiter Reaktor abgeschaltet

Von: dpa/heck
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Nur rund 60 Kilometer von Aachen entfernt: Das belgische Atomkraftwerk Tihange ist in Deutschland und speziell in der Städteregion Aachen umstritten. Foto: dpa

Lüttich. Erneuter Zwischenfall am belgischen Atomkraftwerk Tihange bei Lüttich: Reaktorblock 2 der störanfälligen Anlage hat sich am Freitagmorgen unerwartet abgeschaltet. Damit produzieren derzeit zwei von drei Reaktoren keinen Strom: Erst am Mittwoch war der Block 1 vom Netz genommen worden. Der dritte Block des Kraftwerks sollte eigentlich am Samstag planmäßig abgeschaltet werden.

Der zweite Reaktor wurde am frühen Freitagmorgen abgeschaltet, wie der Betreiber Engie Electrabel mitteilte. Die Ursache des Problems sei noch nicht bekannt, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings sei ein Eingriff im konventionellen Teil der Anlage nötig. Konkret gehe es um einen Dampfgenerator zum Antrieb von Turbinen.

Am Mittwoch war bereits der Reaktor 1 abgeschaltet worden. Grund waren laut Betreiber Schäden, die bei Bauarbeiten an einem Gebäude im nicht-nuklearen Teil der Anlage entstanden waren. Zur Art und dem Ausmaß der Schäden an dem Gebäude, in dem Hilfspumpen stünden, machte der Betreiber keine Angaben. Die Situation werde analysiert, zitierte das Nachrichtenportal Sudinfo.be den Sprecher des Kraftwerks, Serge Dauby. Die Pumpen seien bei einem Störfall nötig.

Tihange 2 sollte in der Nacht zum Samstag wieder anlaufen, Tihange 1 in der Nacht zum Montag. Der dritte Reaktor des Standorts, Tihange 3, soll am Samstag für rund einen Monat für eine routinemäßige Wartung außer Betrieb gehen. Ob es dazu nun kommt, ist offen - Belgien verfügt mit Tihange und Doel bei Antwerpen nur über zwei Atomkraftwerke, die den Löwenanteil der nationalen Stromversorgung sicherstellen.

Das ab 1970 gebaute Kraftwerk Tihange, rund 60 Kilometer von Aachen entfernt, ist immer wieder mit Pannen und Ausfällen in den Schlagzeilen gewesen. Vor einigen Jahren wurden Tausende feiner Haarrisse im Reaktorkern entdeckt. Die belgische Atomaufsichtsbehörde erklärte die Anlage jedoch für sicher.

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