Atomkraftwerk Tihange: NRW rüstet sich für Atomkatastrophe

Von: Stephan Mohne
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Bedenkliche Risse: Der betroff
Bedenkliche Risse: Der betroffene Reaktorblock des AKW in Tihange ist derzeit abgeschaltet. Foto: imago/Xinhua

Aachen. Die NRW-Landesregierung will gewappnet sein, falls es in einem Atomkraftwerk in oder um NRW herum zu einer Nuklearkatastrophe kommen sollte. Aktuell richtet sich der Blick in Richtung der belgischen Atomkraftwerke Tihange bei Huy und Doel bei Antwerpen.

Tihange ist Luftlinie 70 Kilometer von Aachen entfernt, Doel etwa 160. In beiden Kraftwerken waren Risse im Druckbehälter festgestellt worden. Die Rede ist von tausenden schadhaften Stellen.

Nach Informationen unserer Zeitung arbeitet die Landesregierung derzeit daran, zentral in Berlin gelagerte Bestände an Jodtabletten nach Nordrhein-Westfalen zu holen. Jod mindert die Aufnahme von Radioaktivität im menschlichen Körper. Das bestätigte das zuständige Innenministerium gestern auf Anfrage. Anlass für ein neues Schutzkonzept sei bereits die Atomkatastrophe von Fukushima gewesen, hieß es.

Am Donnerstag gab es dazu Gespräche bei der Bezirksregierung in Köln. Derzeit wird den Informationen zufolge darüber gesprochen, wo und wie die Tabletten gelagert werden. Bei der Stadt Aachen hieß es gestern, man sei über die Pläne informiert worden, nicht aber über Details. Das solle noch folgen. Bei den Gesprächen in Köln habe man nicht mit am Tisch gesessen.

Auch in den anderen Regierungsbezirken werde es noch solche Treffen geben. Außer der Beschaffung der Tabletten gibt es noch weitere Maßnahmen. Nach Angaben von Ministeriumssprecherin Claudia Roth werden derzeit landesweit ABC-Ausstattungen auf den neuesten Stand gebracht. Zudem werden pro Jahr 20 spezielle Dekontaminationseinrichtungen gekauft.

Die betroffenen Reaktorblöcke der vom Energieversorger Electrabel betriebenen Kraftwerke sind derzeit abgeschaltet. In Tihange wurden auch die beiden anderen Blöcke vom Netz genommen, um sie auf Risse zu untersuchen. In den Niederlanden werden ebenfalls zentrale Jodbestände in die Grenzregion transferiert.
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