AS Eupen schafft den Sprung in die 1. Liga

Von: Roman Sobierajski
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Ausgelassene Feier: Die Spieler von AS Eupen präsentierten sich den Fans nach dem Aufstieg mit nacktem Oberkörper.

Eupen. „Erfüllt uns unseren Traum” und „Lasst uns Geschichte schreiben”, forderten die 5000 Zuschauer am Kehrweg auf Großtransparenten die Spieler der AS Eupen auf. Und die Mannschaft von Trainer Danny Ost ließ den ostbelgischen Traum Wirklichkeit werden.

Durch den 2:1-Sieg über RAEC Mons am vorletzten Spieltag der Aufstiegsrelegation kann Eupen nicht mehr vom Spitzenplatz verdrängt werden. Erstmals steigt ein ostbelgischer Klub in die erste belgische Liga auf. Ein historischer Triumph, der den kleinen, familiären Verein gründlich umkrempeln wird, bevor in der kommenden Saison die internationalen Stars vom RSC Anderlecht oder Standard Lüttich am Kehrweg aufspielen werden.

Stadionausbau folgt

So schaute Sportdirektor Manfred Theissen beim Anstoß auch eher in sich gekehrt als euphorisch ins Stadion: Die bislang 5000 Zuschauer fassenden Tribünen werden erheblich ausgebaut werden müssen, Theissen selbst - für zwei Jahre freigestellter Polizeibeamter - wird nicht länger der einzige angestellte Mitarbeiter dieses Vereins sein können, in dem vom Kuchenverkauf bis zur Pressearbeit alles von Freiwilligen erledigt wird.

Der Aufstieg ist der erfolgreiche Abschluss des außergewöhnlichen Weges, den die AS Eupen gegangen ist: Zwei italienische Geschäftsleute sind bei dem Verein eingestiegen, besorgten Spieler, die in der Zweiten Liga die Chance bekamen, sich zu zeigen - um sie dann später gewinnbringend weiterverkaufen zu können.

Spieler wie Stürmer Matthias Lepiller, der von AC Florenz kam, oder Kapitän Mijat Maric, der sich bei AS Bari nicht durchsetzen konnte, oder Verteidiger Alessandro Iandoli, der in Pescara sein Dasein fristete, wechselten in die belgische Provinz - und der Plan ging auf.

Bereits nach vier Minuten konnten Theissen und das gesamte Stadion jubeln: Matumona Zola hatte am eigenen Strafraum in den Boden getreten, und Eupens Enes Saglik reagierte am schnellsten. Sein satter Schuss von der Strafraumgrenze wurde unhaltbar abgefälscht, Eupen führte 1:0.

Nur zehn Minuten später brannte erneut Jubel auf: Aliou Dia hatte AS-Spieler Danijel Milicevic im Strafraum zu Fall gebracht, den fälligen Elfmeter verwandelte Kapitän Maric souverän (16.). Der frühere Alemannia-Profi Hervé Oussalé konnte mit einer sehenswerten Direktabnahme zwar den Ball im Eupener Tor unterbringen (21.), doch der Schiedsrichter verweigerte dem Treffer wegen Abseits die Anerkennung.

Im zweiten Durchgang setzte Mons alles daran, die letzte Relegations-Chance zu wahren. Eupen gab fast komplett das Mittelfeld auf und stellte auf Fünferkette um, um dem Druck standzuhalten. Doch erneut Oussalé brachte die Gäste noch einmal heran (51.). Ein Spiel auf Messers Schneide entbrannte - bis RAEC Mons sich selbst dezimierte: Khalifa Sankaré ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen, sah daraufhin die Rote Karte, was Torhüter Tristan Peersman dann ebenfalls Rot sehen ließ: Der Schlussmann stürzte sich wild in das Rudel am Mittelkreis und wurde vom Schiedsrichter ebenfalls vom Platz (89.).

Der wilden Aufstiegsfeier im Stadion stand nichts mehr im Wege, das Publikum stürmte das Spielfeld - der Traum war Wirklichkeit.
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