Ärztin gesteht Tötung von Ehemann mit Morphin-Spritze

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Aachen: Ärztin gesteht Tötung von Ehemann mit Morphium-Spritze
Im Prozess um den mutmaßlichen Morphium-Mord einer Ärztin an ihrem Ehemann hat die Angeklagte vor dem Landgericht Aachen überraschend ein Geständnis abgelegt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Im Prozess um den mutmaßlichen Morphin-Mord einer Ärztin an ihrem Ehemann hat die Angeklagte vor dem Landgericht Aachen überraschend ein Geständnis abgelegt.

Nach einem handfesten Streit mit ihrem 50 Jahre älteren Mann habe sie ihm die Spritze in den Oberschenkel gerammt, erklärte die Angeklagte am Montag. Sie habe gewusst, dass die Dosis viel zu hoch für ihn war, und den Tod ihres Mannes billigend in Kauf genommen. In der Tatnacht habe sie starke Betäubungsmittel eingenommen, sagte die nach eigenen Angaben drogenabhängige Ärztin am 14. Verhandlungstag. Das Morphin sei eigentlich für sie selbst bestimmt gewesen.

Ihren Mann beschrieb die 35-Jährige als beherrschend und kontrollierend. In der Ehe sei er zuletzt abweisend, brüsk und verletzend gewesen. Er habe nicht gewollt, dass seine Frau als Ärztin arbeite und ihr Leben auf eigene Füße stelle. Sie habe unter der Situation gelitten und Tabletten eingenommen, „so wie andere Bonbons”, sagte die Angeklagte. Schließlich habe sie nicht mehr mit ihm zusammenleben wollen und heimlich eine Stelle in Ulm angenommen.

In der Tatnacht sei die Situation eskaliert. Ihr Mann habe gesagt, sie gehöre zurück auf den Straßenstrich, wo er sie einst kennengelernt hatte. Zudem habe er veranlasst, dass sie wegen ihrer Drogenabhängigkeit ihre Approbation verliere.

Der Prozess gegen die Anästhesistin sollte eigentlich längst beendet sein. Nach den Plädoyers im Januar war die Kammer jedoch wieder in die Beweisaufnahme eingetreten. Von weiteren Gutachten erhofften sich die Prozessbeteiligten eine genauere Aufklärung des Falls.

Die Verteidigung hatte in ihrem ersten Plädoyer von einem Selbstmord des 85-Jährigen gesprochen und Freispruch für die Angeklagte gefordert. Diese hatte bis jetzt vor Gericht geschwiegen. Erst am Montag ergriff sie das Wort und sagte: „Mir war klar, dass ich ihn umgebracht habe.”
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