Arzt wegen illegaler Abgabe von Methadon vor Gericht

Von: dpa
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Bonn. Drei Jahre lang soll ein Arzt aus Bonn großzügig die Ersatzdrogen Methadon und L-Polamidon verabreicht und dafür auch privat kassiert haben. Vor dem Landgericht muss sich der 57-jährige Mediziner seit Montag wegen unerlaubter Abgabe von Betäubungsmitteln in rund 3750 Fällen verantworten.

Der Angeklagte habe die Opiate, die Heroinabhängige beim Entzug ersatzweise erhalten, ohne ausreichende Kontrolle und psychosoziale Betreuung verabreicht. Zudem soll er den Patienten unerlaubt Stoff für mehrere Tage zur Einnahme mitgegeben haben. Das führte zu einem Ansturm auf seine Praxis in Bonn. Die Staatsanwaltschaft schätzt, dass der Angeklagte 45.000 Euro extra kassiert hat.

Bei einer Überprüfung der Praxis 2008 stellte die Amtsapothekerin in Bonn fest, dass der Angeklagte bis zu 450 Patienten zeitgleich versorgte. Zwischen 50 bis 100 sei - nach Vorstellung der Kassen - die erlaubte Regel. Der Arzt wurde angezeigt. Vorübergehend war seine Praxis im Februar 2009 geschlossen worden, dem Mediziner war die Approbation entzogen worden. Dagegen hatte der 57-Jährige aber erfolgreich vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt.

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