Aachen - Armut macht krank: Ein „Wie” von großer Wichtigkeit

Armut macht krank: Ein „Wie” von großer Wichtigkeit

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
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Über Datenträger, auf denen sich Namen von Steuersündern befinden, wird öffentlich kontrovers diskutiert. Foto: imago/ARCO IMAGES

Aachen. Über Datenträger, auf denen sich Namen von Steuersündern befinden, wird öffentlich kontrovers diskutiert. Wo aber ist die Verbindung zu einer Dialogtagung der Caritas? Eine Frage, die den Zuhörern in den Sinn gekommen sein könnte, als sie Alfred Etheber lauschten.

Denn der Bereichsleiter Theologische Grundlagen und Verbandsarbeit beim Caritasverband für das Bistum Aachen zog solch eine kleine Scheibe aus der Tasche seines Jacketts. „Die CD ist Sinnbild für Entsolidarisierung von Leistungsfähigen, die sich aus der Solidargemeinschaft verabschiedet haben”, erklärte er und prangerte damit eine verschobene Wahrnehmung an: Sozial Benachteiligten wird vorgeworfen, sie lägen der Allgemeinheit auf der Tasche, und Steuersünder ließe man zu oft ungeschoren davon kommen - obwohl der von ihnen verursachte volkswirtschaftliche Schaden ungleich höher ausfiele. Auf der Dialogtagung des Wohlfahrtsverbands im Rahmen der aktuellen Jahreskampagne der Caritas „Armut macht krank - jeder verdient Gesundheit” referierte Etheber darüber, wie sich die Caritas zum Thema positioniert.

Die Prämisse bei der Formulierung der Forderungen sei eine Paarung aus der Grundhaltung des Verbands und äußeren gesellschaftlichen Maßstäben. Der „liberalistische Mainstream”, sich in die Rolle zu fügen, in die man hi­neingeboren wurde - mit allen Gebrechen, das Leben als Kampf gegen die Natur begreifend -, sei nicht „die Denke” der Caritas. Die Position des Wohlfahrtsverbands gehe aus dem Gebot der Nächstenliebe als Solidaritätsgebot hervor. Äußerer Maßstab der Forderungen seien die Menschenrechte, wie sie die Uno in einer Charta festgehalten habe.

Ambitionierte Forderungen

Die Schlüsse, die der Wohlfahrtsverband daraus zieht, bestehen in den Forderungen im Rahmen der Kampagne: Zum einen geht es um Entlastung sozial Benachteiligter, genauer zum Beispiel um höhere Regelleistungen in der Sozialgesetzgebung, Befreiung von Zuzahlungen für Bezieher von Grundsicherungsleistungen oder bessere Information von Menschen mit Migrationshintergrund. Auf der anderen Seite wird ein großer Hebel bemüht: Das solidarische Gesundheitssystem soll eine Weiterentwicklung erfahren und von der „Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit” ist im Flyer zu lesen.

Das ist wohlgemerkt nur eine Auswahl der Forderungen. Ambitioniert. Dennoch: Eine der Forderungen - die Abschaffung der Praxisgebühr - wurde bereits Realität. Schneller, als die Mitglieder des Verbands es zu hoffen gewagt hätten.

Die Kampagne im Netz: http://jeder-verdient-gesundheit.de
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