ARD zeigt heute Komödie mit Liefers aus Aachen

Von: Tilmann P. Gangloff
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Wenn der Vater mit dem Sohne:
Wenn der Vater mit dem Sohne: In der Komödie „Der Mann auf dem Baum” kämpft Jan Josef Liefers um seine Rechte als Vater. Foto: ARD

Aachen. In ihrem Film „Woche für Woche” (2009) haben Autorin Silke Zertz und Regisseur Martin Gies die Geschichte eines Jungen erzählt, der zwei „Zuhauses” hat.

Seine Eltern haben sich getrennt, er verbringt eine Woche hier, die andere da, und schlägt deshalb nirgends richtig Wurzeln. Ging es damals vor allem um die Bedürfnisse des Kindes, so steht nun bei ganz ähnlicher Konstellation ein Vater (Jan Josef Liefers) im Mittelpunkt.

Hans ist „Der Mann auf dem Baum”, er erzählt seine Geschichte: wie er zwischen Tür und Angel erfahren hat, dass Ex-Freundin Linda (Suzan Anbeh) mit dem gemeinsamen Sohn Moritz (Jannis Michel) und ihrem neuen Lebensgefährten nach Dänemark umsiedeln will; und wie er drei Männer kennen gelernt hat, die zu ausgefallenen Methoden greifen, um Linda an der Auswanderung zu hindern.

Wie schon bei „Woche für Woche” verpacken Zertz und Gies als Komödie, was im Grunde mindestens traurig, wenn nicht gar tragisch ist. Entsprechend hat Gies seine Darsteller geführt: Liefers und Co. verkörpern die Figuren mit angemessenem Ernst. Trotzdem gibt es immer wieder heitere Momente, weil Hans und seinen Freunden in ihrer komischen Verzweiflung jedes Mittel recht ist.

Schon die Zusammenführung des illustren Quartetts ist originell: Student Martin (Philipp Danne) überfährt Hans mit seinem Skateboard. Im Krankenhaus belegen sie ein Zimmer mit dem Manager Morgenstern (Bernhard Schütz) und dem eher maulfaulen Arbeitslosen Leo (Sven Pippig). Da sie auf unterschiedliche Weise alle unter einer Frau leiden, gründen sie eine „Männerbewegung” und überlegen gemeinsam, wie sie Hans helfen können. Plan A scheitert auf der ganzen Linie und führt bloß dazu, dass der Manager seinen Job verliert. Auch Plan B - Martin soll Linda den Kopf verdrehen - führt nicht zum gewünschten Erfolg. Bleibt nur noch Plan C, eine von vornherein zum Scheitern verurteilte Verzweiflungstat. Deshalb bezieht Hans öffentlich Position, und das durchaus buchstäblich: Um auf seine Lage aufmerksam zu machen, nistet er sich mitten in der Stadt auf einem Podest ein.

Ernster Hintergrund

Allerdings lösen Zertz und Gies die Situationen immer wieder amüsant auf. Schon die erste Begegnung zwischen Martin und Linda ist äußerst witzig eingefädelt, und ein unangekündigter Besuch Lindas bei Hans und seinen Freunden ist purer Slapstick, weil sie natürlich nicht wissen darf, dass er die drei kennt. Für Dynamik sorgt Gies vor allem durch eine Bildgestaltung (Thomas Etzold), die Schnitte durch Kameraarbeit ersetzt. Trotzdem hat die heiter inszenierte Handlung natürlich einen ernsten Hintergrund: Väter wurden bei Trennungen traditionell auf ihre Rolle als Erzeuger reduziert. In Beziehungen ohne Trauschein waren sie bis zum vergangenen Jahr weitgehend rechtlos. Gedreht wurde im Mai ein Monat lang in Aachen und Kornelimünster. Die Stadt versprach sich dadurch einen bundesweiten Imagegewinn.

Zum Komödienstoff wird die Geschichte, weil Zertz sie konsequent auf die Spitze treibt. Dafür bedient er sich jener Elemente, wie sie in Filmen über Männer und Frauen unverzichtbar sind: die einen protestieren gegen die Diktatur des Feminats, die anderen halten den Mann für ein Auslaufmodell. Da der Film aus Sicht der unterdrückten Kerle erzählt wird, bekommen vor allem Frauen ihr Fett weg. Zum Glück stammt das Drehbuch von einer Frau.

„Der Mann auf dem Baum”, heute Abend, 20.15 Uhr in der ARD
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