Köln - Archiv-Einsturz: Gerichtsverfahren vorerst ausgesetzt

Archiv-Einsturz: Gerichtsverfahren vorerst ausgesetzt

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Bergungsarbeiten an der Unglücksstelle in Köln. Foto: dpa

Köln. Im Zusammenhang mit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs müssen Leihgeber weiter auf eine Entscheidung über Schadenersatz warten. Das Kölner Oberlandesgericht (OLG) hat am Donnerstag drei Berufungsverfahren gegen die Stadt Köln vorerst ausgesetzt.

Zunächst wolle man das Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zur Ursache des Einsturzes abwarten, teilte das Gericht mit. Weil die Bergung verschütteter Archivalien aber nach wie vor andauert, zieht sich die Aufklärung hin. Womöglich müsse nach dem Ermittlungsergebnis auch noch ein zusätzliches Sachverständigen-Gutachten angefertigt werden, erklärte der Richter. Auf diese Weise soll geklärt werden, ob die Stadt den eingetretenen Schaden hätte verhindern können.

Das Kölner Landgericht hatte in erster Instanz die Klage dreier Leihgeber gegen die Stadt Köln abgewiesen. Das OLG hatte dann aber zu Beginn der Berufungsverhandlung im November in Frage gestellt, ob die Stadt ihrer Sorgfaltspflicht ausreichend nachgekommen sei. Gut vier Monate vor dem Einsturz waren an dem Archiv-Gebäude in der Innenstadt Schäden sichtbar geworden.

Der Richter sprach von Rissen im Mauerwerk, Abplatzungen von Mörtel und schleifenden Türen. Die Stadtverwaltung hatte einen Sachverständigen mit deren Überprüfung beauftragt. „Das Gutachten über diese sehr beängstigenden Setzrisse war sehr, sehr kurz”, sagte ein OLG-Richter. Möglicherweise wäre es sinnvoll gewesen, das Papier kritischer zu überprüfen und die Stadt habe sich einer Pflichtverletzung schuldig gemacht, weil sie das unterlasse habe.

Die drei privaten Leihgeber hatten dem Historischen Archiv Dokumente überlassen und fordern nun Schadenersatz, weil die Archivalien durch das Unglück beschädigt oder zerstört wurden. Das Stadtarchiv war am 3. März 2009 eingestürzt. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben. Tonnenweise Archivalien wurden verschüttet. Die Staatsanwaltschaft hat ein umfangreiches Ermittlungsverfahren eingeleitet.
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