Architekt in Düsseldorf erschlagen: Barkeeper schweigt

Von: dpa
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Düsseldorf. Ein Barkeeper und diplomierter Politikwissenschaftler steht seit Freitag in Düsseldorf wegen Mordes vor Gericht. Der 36-Jährige soll aus Eifersucht den neuen Freund seiner Ex-Frau erschlagen haben.

Mindestens elf Mal soll er mit einer Axt oder einer ähnlichen Waffe in einem Hausflur auf den Architekten eingeschlagen haben, als der von der Arbeit nach Hause kam.

Beim Prozessauftakt verlangten die Verteidiger des Mannes ein Verwertungsverbot der dreistündigen Vernehmung des Barkeepers in Luxemburg. Er sei vor dem Verhör nicht auf sein Schweigerecht hingewiesen worden. Der Angeklagte selbst äußerte sich am Freitag weder zu den Vorwürfen noch zu seinem Lebenslauf.

Die Tatwaffe blieb trotz Sucheinsatz einer Polizei-Hundertschaft verschwunden. Das 41-jährige Opfer war bei einem renommierten Architekturbüro beschäftigt. Weil sein letzter Kontakt der zu einem Kokaindealer war, hatten die Ermittler zunächst den vorbestraften Dealer verdächtigt.

Ein Hausnachbar war am 1. März unmittelbar hinter der Haustür des Mehrfamilienhauses in Düsseldorf auf den Sterbenden inmitten einer großen Blutlache gestoßen. Dessen Wertsachen hatte der Täter unangetastet gelassen. Die Lebensgefährtin des Architekten wartete wenige Meter weiter vergeblich in der gemeinsamen Wohnung auf ihren Freund. Der Angeklagte und die Frau haben eine gemeinsame Tochter.

Der in Luxemburg von einer Spezialeinheit festgenommene mutmaßliche Mörder war an die deutsche Justiz ausgeliefert worden. Der studierte Politikwissenschaftler war den Ermittlungen zufolge vor dem Mord mit der Bahn angereist und hatte sich in der Düsseldorfer Jugendherberge eingemietet. Er stornierte eine geplante Übernachtung kurz nach der Bluttat. In Trier soll er danach eine Jacke in einer Reinigung abgegeben haben.

Der Angeklagte soll früher bereits gegen seine Ex-Frau gewalttätig geworden sein. Die Frau ist ebenfalls Architektin und hatte sich vor ihm in ein Frauenhaus geflüchtet. Die Ehe war schon Jahre zuvor in Russland geschieden worden, doch hatte das Paar in Deutschland weiter zusammengelebt. Der 36-Jährige habe nicht akzeptieren wollen, dass seine Tochter von einem anderen Mann aufgezogen wurde, und soll extrem eifersüchtig gewesen sein.

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