Aquazoo: Wenn Pinguine ausziehen müssen

Von: Katja Laska
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Alles neu, alles schön: Der Düsseldorfer Aquazoo soll bald in neuem Glanz erstrahlen. Zurzeit wird der Zoo saniert. Viele Tiere mussten ausquartiert werden. Foto: stock/Marco Stepniak

Düsseldorf. Die Pforten sind geschlossen, das Gelände eine riesige Baustelle. Der Aquazoo in Düsseldorf befindet sich mitten im Umbau. Seit März 2014 wird saniert. Ob Haustechnik, die Tropenhalle oder die Aquarien – das Gebäude bekommt eine Generalüberholung.

Dazu gehören „eine komplett sanierte Gebäudetechnik, Aquaristik und ein neues Ausstellungskonzept“, sagt Gregor Bonin vom Baudezernat in Düsseldorf. Tiere und Besucher sollen sich wohler fühlen.

Der Zoo soll barrierefrei werden. Geplant sind eine automatische Türanlage, Induktionsschleifen für Hörgeschädigte und eine blendefreie Ausleuchtung der Exponate. Noch ist viel zu tun. Aber es geht Schritt für Schritt voran.

Der Aquazoo ist die erste Kombination aus Zoo und Naturkundemuseum in Deutschland. 1876 als reiner Tierpark im Stadtteil Düsseltal eröffnet, wurde 1930 die Weichtier-Sammlung aus Schnecken und Muscheln des Apothekers Theodor Löbbecke Teil des Parks. Während des Zweiten Weltkriegs wurden beide Gebäude durch einen Bombenangriff zerstört. Sie finden sich seit 1987 im Nordpark der Stadt unter dem Namen „Löbbecke-Museum + Aquazoo“ wieder. Seitdem beherbergt das Institut um die 500 Tierarten und mehr als 2000 Tiere.

Erste Tiere in der neuen Halle

Bevor es an den Umbau ging, hieß es für Haie, Krokodile und andere Tiere: Tschüss Düsseldorf. Ganze vier Monate haben die Um- und Auszüge gedauert. 85 Prozent aller Tiere sind aber im Gebäude geblieben. Sie sind in extra dafür hergerichteten Gehegen und Aquarien untergebracht und mit allem ausgestattet, was die jeweilige Tierhaltung erfordert. „Der Rest ist europaweit in anderen zoologischen Einrichtungen untergebracht“, sagt Sandra Honigs, kommissarische Direktorin des Aquazoos.

Inzwischen sind die ersten ausgelagerten Tiere wieder zurück in der Heimat. Vier Düsseldorfer Kaimane leben sich in der neuen Tropenhalle ein. Sie waren für anderthalb Jahre im „Krokodille Zoo“ in Dänemark untergebracht.

Diese Unterbringung in anderen Ländern bedeutet Extrakosten. „Zum Teil werden die Kosten aus dem Sanierungsprojekt gedeckt und ansonsten aus unserem laufenden Budget für Tierunterhalt“, sagt Honigs. Die Arbeit für die Angestellten läuft trotzdem wie gewohnt weiter, allerdings mit zusätzlichen Aufgaben: Neben den weiteren Wegen zu den Gehegen für die Tierpfleger, unterstützen Biologen und Techniker des Instituts die Planer mit ihrem Wissen und überarbeiten den Ausstellungsbereich des Zoos. Und das schon länger als geplant.

Ursprünglich sollten die Sanierungsarbeiten schneller zum Ende kommen, sind aber durch schwierige Tiertransporte und Baumaßnahmen, die sich erst später ergeben haben, ins Stocken geraten. Die Verzögerungen wirken sich nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell aus. Das Projekt ist teurer, als anfangs berechnet. Die Kosten liegen nun bei insgesamt mehr als 15 Millionen Euro. 12,5 Millionen trägt die Stadt, 1,8 Millionen spendete der „Freundeskreis Aquazoo Düsseldorf“. Mithilfe dieses Geldes bekommen viele der Tiere ein modernes Zuhause. So werden Hairiff, die Robbenanlage und das Pinguingehege neu gestaltet.

Allerdings werden nicht alle Bewohner die Neuerungen erleben. Nachdem bereits Otter Nemo zusammen mit dem ehemaligen Leiter Wolfgang Gettmann in Rente gegangen ist, verlassen nun auch die Eselspinguine den Zoo. Stattdessen ziehen kleinere afrikanische Pinguine ein.

Eröffnung erst 2016

Die Umbauten sind in den letzten Zügen. An den Gehegen und Becken wird noch gebaut. Dann geht es weiter mit dem Besucherbereich. Bis die Arbeiten komplett fertig sind und alle Tiere wieder zurück sind, dauert es noch eine Weile, wie die Stadt mitteilte. Der Aquazoo wird deshalb erst Anfang des kommenden Jahres für Besucher geöffnet.

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