Anstieg beim Klimagas in Nordrhein-Westfalen

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Klimawandel bringt Berge ins Rutschen
Blick von einem Gipfelgrat auf der Zugspitze bei Garmisch-Partenkirchen nach Österreich: Immer häufiger prasseln Stein und Felsbrocken den Berg hinab und werden so zur Bedrohung für die Bergsteiger. Mit dem Klimawandel hat sich die Gefahr noch verschärft. Foto: dpa

Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen ist von 2005 bis 2007 der Ausstoß des Klimagases C02 wieder gestiegen. Das geht aus dem am Dienstag von Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) vorgestellten zweiten NRW-Umweltbericht hervor.

Im längerfristigen Trend hätten die Kohlendioxidemissionen aber abgenommen, heißt es im Bericht. Trotz Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszunahme sei der CO2-Ausstoß von 1998 bis 2007 um 15 Millionen Tonnen im Jahr gesunken. Die Landesregierung strebt bis zum Jahr 2020 eine Reduzierung der C02-Emissionen um 33 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 an.

Der Bericht zeigt auch auf, wo es beim Klimaschutz im Argen liegt: Unter anderem bei der effizienten Nutzung von Energie. So ist die sogenannte Energieproduktivität in den vergangenen zehn Jahren nicht gestiegen. Dies zeige, „dass die gewünschte Entkoppelung von Energieverbrauch und wirtschaftlicher Entwicklung noch nicht erreicht ist”, heißt es im Bericht.

Der Bericht belegt anhand einer Reihe von Daten, dass der Klimawandel in Nordrhein-Westfalen angekommen ist. So ist die Durchschnittstemperatur seit Beginn des 20. Jahrhunderts um 1,2 Grad auf rund 9,6 Grad gestiegen. Eine Entwicklung die sich auch an einem immer früheren Beginn der Apfelblüte ablesen lasse. Von den weiter steigenden Temperaturen wird laut Bericht voraussichtlich die Landwirtschaft in NRW mit ertragreicheren Ernten profitieren. Die Menschen in den Großstädten und Ballungsräumen müssten sich dagegen auf häufigere Hitzewellen einstellen.

Neben dem Klimawandel beschreibt der 400 Seiten starke Bericht auch den Zustand von Luft, Wasser und Wald und präsentiert Daten zum Lärm und zu den Lebensbedingungen von Mensch und Tier. Uhlenbergs Fazit: Seit dem ersten Umweltbericht von 2006 sei die Lage der Umwelt „im Großen und Ganzen besser geworden”. Noch nie sei in Nordrhein-Westfalen so viel Geld in den Naturschutz investiert worden wie 2009. Beim Gewässerschutz und auf anderen Feldern des Umweltschutzes sei NRW mittlerweile bundesweit Vorreiter.

Die Opposition warf Uhlenberg eine verfehlte Umweltpolitik vor. „Für den Klimawandel fühlt er sich nicht zuständig und bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs ist er gescheitert”, kritisierte die umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Svenja Schulze. Der Anstieg der CO2-Emissionen sei peinlich. Für den Grünen-Umweltexperten Johannes Remmel zeichnet der Bericht „ein dramatisches Bild der Umweltsituation in NRW”. Für die Landesregierung sei er im Vorfeld der Klimakonferenz in Kopenhagen ein Armutszeugnis.
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