Annakirmes: Ein Auftakt nach Maß

Von: Jörg Abels
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Schadenfreude? Bert Cremer, Al
Schadenfreude? Bert Cremer, Albert Ritter, Wolfgang Lange und Thomas Rachel (v.l.) konnten sich beim Fassantsich ein Lachen nicht verkneifen. während Bürgermeister Paul Larue mit dem Fass kämpfte.

Düren. Die Jacke durfte nicht fehlen. Aber vom kühlen Sommerwetter ließen sich am Samstagabend die Wenigsten von einer ersten Runde über die Dürener Annakirmes abhalten. In den Abendstunden platzte der Rummel aus allen Nähten. Dicht gedrängt schoben sich die Menschenmassen vorbei an den Fahrgeschäften, die auf Hochtouren liefen.

Vor allem an den Neuheiten bildeten sich lange Schlangen, vor dem 50 Meter hohen Kettenflieger „Rocket” mussten sogar zusätzliche Absperrgitter aufgestellt werden, um den Andrang der Fahrgäste zu kanalisieren.

„Es hätte ein bisschen wärmer sein können, aber wir sind zufrieden. Es war ein toller Kirmesauftakt, fast auf Vorjahresniveau”, freute sich Dürens Schaustellerchef Bert Cremer nach einem alles andere als gut für die Branche verlaufenen ersten Halbjahr 2011. Auch Platzmeister Achim Greiff sprach von einem idealen Start, der auch noch absolut ruhig verlief. Die Polizei meldete keinerlei besonderen Vorkommnisse.

Noch am Mittag und Nachmittag ließ leichter Nieselregen nichts Gutes ahnen. Nach der Eröffnung um 11 Uhr war der Andrang doch überschaubar. Die Jugendlichen, die zum Teil bereits ab 10 Uhr vor den Fahrgeschäften warteten, um die Viertelstunde Freifahrten auszukosten, waren lange unter sich. Vor allem an den gastronomischen Betrieben hatte das Personal Mühe, sich warm zu arbeiten.

Trotzdem: Am 2010 eingeführten „Frühstart” um 11 Uhr will niemand mehr rütteln, weder Schausteller noch Kirmesverwaltung. Er wird sich einspielen. Da sind sich alle sicher. Mit Blick auf das Jubiläum 375 Jahre Annakirmes in 2013 liebäugelt Achim Greiff sogar damit, mit der Bezirksregierung über eine einmalige Ausdehnung des Volksfestes auf zehn Tage zu sprechen. Dann wäre der Beginn bereits am Freitag, natürlich auch mit dem offiziellen Fassanstich.

Mit dem tat sich Bürgermeister Paul Larue am Samstagmittag ungewöhnlich schwer. Gefühlte 42 Mal „drosch” er mit dem Hammer auf den diesmal nicht zersplitternden Plastik-Zapfhahn, ehe das erste Bier aus dem Fass floss. Nicht nur Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, während Larue mit dem Fässchen kämpfte. Vielleicht sollte er einmal bei seinem Münchener Kollegen in die Lehre gehen. Christian Ude braucht in der Regel ganze zwei Schläge, bis „Ozapft is!” und das erste „Prosit der Gemütlichkeit” erklingt. Aber vielleicht profitiert der Münchener Oberbürgermeister ja auch nur vom größeren Hammer.

Seis drum. Beim abendlichen Eröffnungsrundgang der Stadtverordneten war die morgendliche Mühe vergessen. In großer Runde ließ sich die Politik vor allem die kulinarischen Genüsse des Rummels schmecken, den Test der rasanten Überkopffahrgeschäfte überließ sie zu Gunsten einer ruhigeren Europa-Rad-Runde größtenteils der Jugend. Eines aber konnten auch die Stadtverordneten feststellen. Bei den Fahr-, Getränke und Imbisspreisen bewegt sich die Kirmes überwiegend auf Vorjahresniveau. Und am morgigen Dienstag lockt ja schon der Familientag mit halben Fahrpreisen und Sonderangeboten.

„Besser hätte der Start nicht sein können, allenfalls ein bisschen wärmer”, freut sich Platzmeister Achim Greiff jetzt auf die nächsten Tage, zumal alle Wetterfrösche ja Besserung versprechen. Bis Sonntag werden wieder bis zu einer Million Besucher erwartet.
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