Anklage wirft 15-Jähriger Mordversuch an Stiefbruder vor

Von: dpa
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Bonn. Eine 15-jährige Schülerin aus Reichshof (Oberbergisches Land) soll ihr Elternhaus in Brand gesetzt haben, um ihren Stiefbruder zu töten. Die Bonner Staatsanwaltschaft hat die Schülerin am Mittwoch wegen versuchten Mordes aus Heimtücke und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt.

Am 31. August 2009 soll das Mädchen mit einer Kerze einen Stapel Kleider im Wintergarten angezündet und dann das Haus verlassen haben.

Sie habe gewusst, dass sich der 36-jährige Stiefbruder in der Dachgeschosswohnung aufhielt. Laut Anklage macht die Schülerin den 36-jährigen für den Selbstmord ihrer älteren Schwester im Jahr 2007 verantwortlich.

Der Stiefbruder habe seinerzeit nichts unternommen, obwohl die Schwester ihm ihre Absicht zwei Wochen vor ihrem Tod angekündigt habe.

Die Angeklagte hatte bei der Polizei die Tat zunächst eingeräumt, bei einer richterlichen Vernehmung jedoch erklärt, der Brand sei ein Versehen gewesen, die Kerze sei umgefallen, die Flammen hätten sich schnell ausgebreitet.

Der 36-Jährige konnte sich noch rechtzeitig aus dem Haus retten, er war von einem Nachbarn gewarnt worden. Die Angeklagte muss sich demnächst vor dem Bonner Jugendschwurgericht verantworten.

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