Anklage gegen Dürener Landrat zugelassen

Von: Claudia Schweda und Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
Wolfgang Spelthahn
Das Hauptverfahren gegen Wolfgang Spelthahn (CDU), den Landrat des Kreises Düren, ist eröffnet.

Düren. Dem Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) wird wegen des Vorwurfs der Untreue der Prozess gemacht. Gestern teilte das Amtsgericht Düren nach fast fünfmonatiger Prüfung mit, dass die Anklage „in vollem Umfang“ zugelassen wird und damit das Hauptverfahren eröffnet werden kann. Der Prozess vor dem Schöffengericht in Düren beginnt am 9. April. Angesetzt sind zunächst sechs Verhandlungstage.

Gemeinsam mit Spelthahn wird der ehemalige Geschäftsführer der früheren Gesellschaft für Wirtschafts- und Strukturförderung im Kreis Düren (GWS), Michael Müller, angeklagt. Spelthahn soll laut Anklage in seiner Funktion als damaliger Aufsichtsratsvorsitzender der GWS dem damaligen Geschäftsführer Müller zwischen 2004 und 2008 zwei Mal Vorauszahlungen auf Tantiemen angeboten und deren Auszahlung bewilligt haben, die Müller laut Arbeitsvertrag nicht zugestanden hätten.

Es soll sich nach Angaben des Aachener Oberstaatsanwalts Robert Deller „um höhere fünfstellige Summen“ handeln. In einem dritten Fall soll Müller sich 25 000 Euro Tantiemen selbst bewilligt und ausgezahlt haben. Zudem will die Staatsanwaltschaft Beweise dafür zusammengetragen haben, dass die ausgezahlten Tantiemen gemäß Arbeitsvertrag – also im Verhältnis zu den erwirtschafteten Umsätzen der GWS – „um ein Vielfaches zu hoch gewesen“ seien.

Auf Anfrage unserer Zeitung betonte Spelthahn gestern erneut, dass er sich „nicht das Geringste“ zu Schulden habe kommen lassen. Spelthahn zeigte sich in dem Gespräch zudem erleichtert, dass es nun endlich zu einer öffentlichen Verhandlung der Vorwürfe gegen ihn komme, in der er seine Position umfassend darstellen könne. Er sei „sehr optimistisch“, dass sich die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als haltlos erweisen und er am Ende des Verfahrens vollständig rehabilitiert sein werde.

Direkte Folge der Eröffnung des Hauptverfahrens ist, dass Spelthahn sein Amt als Verwaltungsratsvorsitzender bei der Sparkasse Düren niederlegen muss. Das sieht die Sparkassensatzung vor. Weitere dienstliche Konsequenzen hat der Landrat derzeit nicht zu befürchten: Die Bezirksregierung Köln hatte mit der Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft im August zwar ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Doch dieses wurde jetzt ruhend gestellt, „weil wir das Gerichtsverfahren abwarten wollen“, teilte eine Sprecherin gestern mit. Region & NRW

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