Anklage gegen Ausbrecher Michalski und Heckhoff

Von: dpa
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JVA Aachen
Außen hui, innen pfui? Im Prozess um die beiden JVA-Ausbrecher Michalski und Heckhoff berichtete erneut ein Insasse von unhaltbaren Zuständen im Knast. Foto: dpa

Aachen. Drei Monate nach dem spektakulären Gefängnisausbruch der Schwerverbrecher Peter Paul Michalski und Michael Heckhoff hat die Aachener Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Ein Sprecher der Behörde bestätigte am Dienstag indirekt entsprechende Medienberichte. In den kommenden Tagen werde die Staatsanwaltschaft Detailangaben zu dem Fall machen. Zuvor hatten die „Aachener Zeitung” und das „Westfalen-Blatt” über die Anklage gegen Mörder Michalski und Geiselgangster Heckhoff berichtet. Die beiden bewaffneten Schwerverbrecher waren am 26. November 2009 aus der JVA Aachen geflohen.

Heckhoff wurde drei Tage später in Mülheim/Ruhr gefasst. Michalski ging der Polizei am 1. Dezember am Niederrhein nach Handy-Ortung auf einem Damenfahrrad ins Netz. Laut „Westfalen-Blatt”, das sich auf Justizkreise beruft, werden den beiden erpresserischer Menschenraub, schwere räuberische Erpressung mit Waffen, Geiselnahme und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Die Männer hatten auf ihrer Flucht zwei Taxifahrer, eine Schülerin und ein Ehepaar in ihre Gewalt gebracht, die unverletzt blieben.

Ein JVA-Beamter war nach dem Ausbruch wegen Fluchthilfe-Verdachts festgenommen worden. Ihm wird zudem eine Verwicklung in kriminelle Machenschaften bereits vor dem Ausbruch vorgeworfen. Laut Zeitung ist auch gegen diesen Beamten wegen Bestechlichkeit, Gefangenenbefreiung und Verstoßes gegen das Waffengesetz nun Anklage erhoben worden. Der Beamte soll Heckhoff einige Tage vor der Flucht eine geladene Schreckschusspistole in die Zelle gebracht haben.

Heckhoff und Michalski waren vor ihrem Ausbruch bereits zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Michalski sitzt derzeit in Bielefeld ein, Heckhoff in Bochum. Die Aufsehen erregende Flucht des als äußerst brutal eingestuften Duos hatte ein Großaufgebot der Polizei tagelang beschäftigt - und zu einer der teuersten Fahndungen der vergangenen Jahre geführt.

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