Anklage: Ford-Bank um zwei Millionen Euro betrogen

Von: cs
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Aachen/Düren. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat Anklage gegen die beiden ehemaligen Geschäftsführer der inzwischen nicht mehr existenten SLS GmbH erhoben.

Das Unternehmen hatte in Düren und Aachen bis 2006 Autohäuser betrieben, unter anderem als Ford-Vertragshändler.

Den 65 und 54 Jahre alten Männern wird unter anderem vorgeworden, die Ford-Bank um über zwei Millionen Euro geschädigt, die Insolvenz der SLS GmbH verschleppt und bedingt dadurch 13 Kunden um insgesamt 27.000 Euro betrogen zu haben, weil sie etwa Anzahlungen kassierten, im Zuge der Insolvenz aber keine Leistung erbrachten. Die Beklagten legten Teilgeständnisse ab und sind auf freiem Fuß.

Als das Unternehmen im August 2006 Insolvenz anmeldete, kursierten bereits Gerüchte, dass Geld in falsche Kanäle geflossen sei. Die Ermittlungen aber gestalteten sich „umfangreich und zeitaufwändig”, sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller am Donnerstag.

Ein Sachverständiger habe detailliert die Buchführung der GmbH nacharbeiten müssen, um so den genauen Zeitpunkt bestimmen zu können, wann das Unternehmen zahlungsunfähig gewesen sei. Nach Ansicht der Ermittler war das spätestens Ende März 2006 der Fall, also vier Monate vor der Insolvenzanmeldung.

Um dennoch die Zahlungsfähigkeit der GmbH aufrechtzuerhalten, hätten die Geschäfsführer bis zu diesem Zeitpunkt zu einem Trick gegriffen: Ein Vertrag der Ford-Bank mit den Händlern sähe vor, dass beim Verkauf von Autos, die über diese Bank vorfinanziert waren, das Geld sofort an die Bank zurückfließen müsse.

Als Beleg diente der Kfz-Brief, der beim Verkauf in ganz Europa sofort an den Käufer ausgehändigt werden muss, damit dieser den Wagen anmelden kann - außer in Großbritannien. Die Beklagten hätten also 40 Wagen auf die Insel verkauft und den Erlös nicht an die Ford-Bank gezahlt, sondern in die Kasse des eigenen Unternehmens zur Sicherung der Liquidität gesteckt.
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