Düsseldorf - Angeklagter nennt Details zu Finanzierung der Terrororganisation IJU

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Angeklagter nennt Details zu Finanzierung der Terrororganisation IJU

Von: Lisa Caspari, ddp
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Der Prozess gegen die vier Mitglieder der terroristischen „Sauerland-Gruppe” wird vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf fortgesetzt. Foto: ddp

Düsseldorf. Im Prozess gegen die vier mutmaßlichen Islamisten der „Sauerland-Gruppe” ist am Dienstag die Finanzierung der Terrororganisation Islamische Dschihad-Union (IJU) thematisiert worden.

Die „Haupteinnahmequelle” der IJU seien Spenden, sagte der Angeklagte Fritz G. laut einem vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf verlesenen Vernehmungsprotokoll. Woher diese genau kämen, wisse er nicht. Der mutmaßliche Rädelsführer der Gruppe signalisierte am Dienstag vor Gericht außerdem, dass er mit der „Sauerland-Gruppe” brechen wolle.

„Ich will, dass das Buch der sogenannten Sauerland-Gruppe zugemacht wird”, sagte G. vor Gericht: „Ich will, dass es vorbei ist.” Der mutmaßliche Rädelsführer der Gruppe erklärte damit auch die Beweggründe für die ausführlichen Geständnisse in dem Prozess. Den vier Angeklagten im Alter von 24 bis 30 Jahren wird vorgeworfen, im Namen der IJU Anschläge in Deutschland geplant zu haben.

Zur Finanzierung der Terrororganisation IJU sagte G. laut Vernehmungsprotokoll weiter aus, viele der jungen Männer, die zur Ausbildung in das Terrorcamp der IJU in Pakistan kämen, brächten Geld mit. Eine weitere Einnahmequelle seien Überfälle der IJU auf die pakistanische Armee. Er glaube zudem nicht, dass die IJU auch von anderen Terrororganisationen finanziell unterstützt werde, sagte G. laut Protokoll. Wo die IJU das viele Bargeld lagere, mit dem sie hantiere, wisse er nicht.

G. berichtete laut Protokoll außerdem über die Zusammenarbeit der IJU mit den Taliban. Die IJU-Kämpfer seien den Taliban an der afghanischen Front untergeordnet und kämpften mit ihnen „Seite an Seite”, sagte G. darin aus. Die IJU habe außerdem Zünder von den Taliban erhalten. Der IJU-Anführer „Achmed” habe aber alleine und ohne Rücksprache mit den Taliban über mögliche Anschläge im Ausland entschieden.

Zu Medienberichten, wonach „Achmed” vergangene Woche bei einem US-Angriff in Pakistan ums Leben gekommen sein soll, äußerte sich G. nicht weiter vor Gericht. Wenn die Nachricht stimme, sei allerdings sein Treueschwur auf die IJU hinfällig, denn er habe sich nur „Achmed” verpflichtet gefühlt, sagte der 30-Jährige.

Bevor sich die vier Angeklagten im Juni zu ihren Geständnissen entschlossen, dachte G. nach eigenen Angaben bereits anderthalb Jahre lang über ein Geständnis vor Gericht nach. Er habe sich diesbezüglich auch mit seinen Anwälten besprochen, sagte G. am Dienstag in der Verhandlung. Auslöser für sein Geständnis sei dann aber ein Gespräch mit den drei Mitangeklagten gewesen, das Adem Y. im Juni vor Gericht angeregt hatte. „Die anderen wollten auch, dass es vorbei ist.” Der Mitangeklagte Adem Y. hatte hingegen im Juni vor Gericht gesagt, er wolle gestehen, weil er sich im Prozess langweile.

Von Reue über seine geplanten Taten wollte G. am Dienstag vor Gericht wieder nicht sprechen. Seine Aussage, dass er das Thema der Reue nur mit Allah ausmache, stehe noch, sagte der Konvertit aus Ulm.

Laut Anklage hatten drei der vier Angeklagten sich zwölf Fässer mit Chemikalien beschafft und in einer Ferienwohnung im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen. Am 4. September 2007 wurden sie dort festgenommen, ein vierter Angeklagter wurde später in der Türkei verhaftet. Seit April stehen die Männer vor Gericht, im Juni hatten dort sie mit umfangreichen Geständnissen begonnen.
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