Angeklagter gesteht gezielten Todesschuss im Keller des Autohauses

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Der Angeklagte Ralf S. (45) hatte sich bis kurz vor der Mittagspause des Aachener Schwurgerichts Zeit gelassen.

Dann rang sich der Kfz-Meister aus Kall zu einigen knappen Sätzen durch. Er müsse sich korrigieren, meinte er. Sein Verteidiger hatte offenbar nach belastenden Zeugenaussagen Überzeugungsarbeit geleistet. Bisher hatte der Angeklagte behauptet, die Tatwaffe, ein doppelläufiges Jagdgewehr, sei einfach so losgegangen. Jetzt schilderte er den ersten Schuss auf seinen Geschäftsfreund und Kumpel Johann P. (32) als eine Kurzschlusshandlung nach Drohungen seines Gegenübers. „Ab da fühlte ich mich im falschen Film”, kam am Montag die späte Einsicht. Sein Freund habe nicht aufgehört, von ihm Geld zu fordern.

„Hole es, sonst bringe ich ihn um”

Da sei er im Keller des Autohauses ausgerastet, habe die „dort seit Jahren liegende” Waffe genommen und auf den auf der Treppe stehenden Johann P. gefeuert. Den aufgesetzten Schuss in den Nacken habe er jedoch in der Tat nur aus Versehen getätigt. „Ich war in der Zwickmühle”, begründete S. in abgehackten Sätzen seine Tat. Der Angeklagte sollte demnach Geld besorgen für den Kauf eines Lkw, mit dem der Schrotthandel von ihm und dem Opfer wieder auf Touren gebracht werden sollte. Er habe den Fehler gemacht, laut darüber nachzudenken, wie er Hypothekengelder für eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach seines Hauses bekommen könne. Das Opfer habe es gehört und ihn zwingen wollen, das Geld für den Lkw zu verwenden. Als er sich weigerte, kamen Drohungen gegen den Vater: „Der Alte hat genug, hole es, sonst bringe ich ihn um”.

Der Prozess geht am Dienstag weiter.
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