Angebliche Soldaten erbeuten fast 100.000 Euro

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
US Soldat
Die drei Angeklagten hatten sich einem Opfer als amerikanische Soldaten vorgestellt. Foto: dpa

Aachen. So exotisch wie der gesamte Fall, so skurril startete am Donnerstag ein Prozess gegen drei Afrikaner vor dem Aachener Landgericht. Zunächst platzte das Verfahren nach einem Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Jürgen Beneking, der Grund: Pflichtverteidiger Ulrich Gleißner konnte terminlich nicht und kreidete die Planung dem Vorsitzenden Richter als böswilliges Verhalten an.

Doch der Betrugsfall an sich ist wegen seiner Umstände spektakulär. Die drei Angeklagten Aruno Eric E. (42), Ilongo Liboire A. (33) und Alberto W. (37) hatten sich erstmals im Februar 2016 in Jülich einem Opfer als amerikanische Soldaten vorgestellt, die im Afghanistankrieg zu einem stattlichen Barvermögen von zehn Millionen US-Dollar gekommen seien.

Der Betreffende in Jülich wollte sein Haus verkaufen, die angeblichen Soldaten hatten sich als Interessenten gemeldet. Dann, so die Anklageschrift, machten die Angeklagten dem Opfer – so wie auch bei zwei weiteren Fällen im Juni und im August 2016 – ein lukratives Angebot. Sie sicherten ihm 20 Prozent der Millionen zu, falls er die anfallenden „Gebühren“ vorstrecke, um die Millionen in Afghanistan loszueisen. Das Opfer zahlte.

Das Geld kam in einem Koffer an, aber es gab ein Problem: Das Koffergeld war nur weißes Papier. Die drei Angeklagten behaupteten, das Geld sei in Afghanistan chemisch entfärbt worden und könnten jetzt mit exklusiven Chemikalien wiederhergestellt werden. Diese teuren Chemikalien würden sie gegen Vorkasse besorgen, behaupteten die drei Pseudosoldaten.

Der Trick klappte drei Mal und prellte die Opfer um insgesamt fast 100.000 Euro. Der Prozess soll nun tatsächlich am 11. Mai beginnen, dann auch mit Anwalt Ulrich Gleißner.

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