Am Mittwoch kürt Kölner CDU Kurth zum OB-Kandidaten

Von: Markus Peters
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Peter Kurth (CDU), ehemaliger Finanzsenator Berlins, wird Oberbürgermeister-Kandidat der CDU in Köln. Foto: dpa

Köln. Der Hoffnungsträger fehlte. Am Abend der Europawahl war der designierte Kölner CDU-Oberbürgermeisterkandidat Peter Kurth nicht im Kölner Rathaus zu sehen. Seit langem vereinbarte berufliche Termine hielten ihn an seiner früheren Wirkungsstätte in Berlin fest, hieß es am Sonntag.

So konnte er das eher durchwachsene Abschneiden seiner Partei nur telefonisch kommentieren. Das kam nicht bei allen Kölner Christdemokraten gut an, dennoch dürften sie den geborenen Siegburger bei einer Mitgliederversammlung am Mittwochabend zum neuen Oberbürgermeisterkandidaten wählen.

Der frühere Berliner Finanzsenator war erst am 12. Mai als Bewerber vorgestellt worden. Vorangegangen war eine wochenlange Suche nach einem geeigneten Kandidaten. Er wolle für Köln „die besseren politischen Konzepte liefern”, sagte der 49-Jährige. Keine leichte Mission nach den vergangenen Monaten, in denen sich die Kölner CDU gewohnt zerstritten und ohne überzeugende Führung präsentierte.

Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hatte bereits am 29. März seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur bei der diesjährigen Kommunalwahl erklärt. Mit diesem Schritt habe er den folgenschweren Gebäudeeinsturz in der Kölner Südstadt aus dem Wahlkampf heraushalten wollen.

Nun also soll es Kurth richten, den seine Partei vor allem als Management-erfahrenen Wirtschaftsexperten positioniert. Er tritt gegen den früheren Kölner Polizeichef und Regierungspräsident Jürgen Roters (SPD) an, gemeinsamer Kandidat von SPD und Grünen. Der Ausgang der Europawahl in Köln machte Roters nach eigenen Angaben wenig Freude. Zu den schwachen 22,5 Prozent seiner SPD kommen 23,2 Prozent der Grünen, was bei der Kommunalwahl am 30. August wohl für den Chefsessel im Kölner Rathaus reichen würde.

Noch unangenehmer für Kurth ist allerdings die Oberbürgermeister-Kandidatur des Kölner FDP-Fraktionschefs Ralph Sterck, der ihm wertvolle Stimmen aus dem bürgerlichen Lager wegnehmen dürfte. Bei der Europawahl kam Stercks Partei in Köln auf 14,1 Prozent der Stimmen. Jetzt scheint es unwahrscheinlicher denn je, dass Sterck seine Kandidatur zugunsten von Kurth aufgibt.

Kurth, passionierte Marathonläufer, wird zum liberalen Flügel der Partei gerechnet. Aus der Berliner Landespolitik zog er sich zurück, nachdem er dort 2003 mit seiner Kandidatur um den Parteivorsitz unterlegen war.

Bekennender Katholik, Homosexueller und kein FC-Köln-Fan

In der Kölner CDU wird geschätzt, dass Kurth zu seinen katholischen Wurzeln steht; sein Onkel und sein Bruder sind beide bekannte Pfarrer. Gleichzeitig bekennt sich Kurth offen zu seiner Homosexualität, was angesichts der großen schwulen Community in Köln nicht zu unterschätzen ist. Allerdings gilt Kurth als Karnevalsmuffel und hat bislang wenig Begeisterung für den 1. FC Köln erkennen lassen. Im Vergleich zum betont volkstümlichen Amtsinhaber Fritz Schramma wirkt er mitunter distanziert.

Früh tauchten Gerüchte auf, dass Kurth für seinen wenig erfolgversprechenden Opfergang in Köln mit einem Posten in der Landesregierung belohnt werden soll. Kandidat und Partei bestreiten das vehement. Allerdings sagte Kurth auch, dass eine Rückkehr zu seinem vorherigen Posten als Vorstand des Berliner Entsorgungsunternehmens Alba ausgeschlossen ist. Auch deutete er an, dass er seine politische Zukunft nicht auf einer Hinterbank im Kölner Stadtrat sieht.
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