„Altherrenriege an der Spitze der SPD muss weg”

Von: cl/ja
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Deprimiert: Dietmar Nietan musste wie seine Partei auf Bundes- und auf Kreisebene eine bittere Niederlage einstecken. „Es ist traurig, dass ein Bundestrend auch über die gute Arbeit von Politikern vor Ort hinwegfegt”, sagte Nietan. Das schlechte Ergebnis im Kreis Düren habe „mit dem Kandidaten nichts zu tun”. Foto: Lammertz

Kreis Düren. Mit der ersten Prognose, die um 18 Uhr über den Bildschirm flimmerte, wurden die Sozialdemokraten auch im Kreis Düren ins Tal der Tränen geschickt. Altgediente Genossen, die noch mit einer gewissen Zuversicht ins Kreishaus gekommen waren, ließen sich niedergeschlagen und kopfschüttelnd in die Stühle fallen.

Und der Dürener SPD-Fraktionschef Henner Schmidt nahm die Forderung, die Bundestagskandidat Dietmar Nietan Stunden später erheben sollte, schon vorweg: „Die Altherrenriege an der Spitze der SPD muss weg. Wir brauchen einen völligen Neuanfang.”

Gleichzeitig begann für die CDU-Vertreter im Kreishaus ein schöner Abend. Das eigene Ergebnis stabilisiert, den Wahlkreis mit Kandidat Thomas Rachel deutlich gewonnen und in Berlin die angestrebte schwarz-gelbe Koalition erreicht - die Stimmung war locker und gelöst.

„Wir haben unsere Ziele erreicht”, freute sich Kreisfraktionschef Karl Schavier. Der Dürener CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer merkte an, dass die SPD ihren Status als Volkspartei verloren habe, stellte aber auch fest, „dass schwierige Jahre auf die neue Regierung zukommen”.

Ein wenig Essig goss der Kreisvorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Rolf Delhougne, in den Wein, der zum Feiern bereitstand. „Wir haben zu viele Stimmen aus dem Mittelstand an die FDP verloren. Der Mittelstand muss in der CDU wieder mehr Gehör finden. Daran müssen wir im Kreis, aber auch auf Landesebene arbeiten.”

Über „ein sehr schönes Ergebnis für die FDP im Bund und im Kreis” freute sich der liberale Kreisvorsitzende Helmut Jansen in Sektlaune. „Der Trend setzt sich fort: Wir gewinnen die Wahlen”, jubelte er. Und auch Bundestagskandidat Jörn Langefeld war „hochzufrieden”, weil er bei den Erststimmen auf Platz 3 vor Oliver Krischer von den Grünen ins Ziel gelaufen war.

Zu den Wahlsiegern zählte sich auch der Kandidat der Linken, Valentin Veithen. „Ich habe mit sehr vielen Menschen gesprochen, vor allem mit solchen, denen es derzeit nicht so gut geht, die am Rand stehen. Es hat sich ausgezahlt, auf diese Menschen zuzugehen”, war Veithen mit sich und den Seinen im Kreis rundum zufrieden.

Auch wenn sie mit Oliver Krischer nun einen Vertreter im Bundestag haben, war den Grünen im Kreishaus dennoch nicht zum Feiern zumute. „Die SPD hat doch ganz gute Regierungspolitik gemacht, es hat nur anscheinend keiner gemerkt”, sinnierte Bruno Voß, Fraktionsvize in Düren. Und er malte wie einige Genossen im Kreishaus das Bild einer sozial kalten Bundesrepublik an die Wand, die unter Schwarz-Gelb in Berlin nun drohe.
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