Aachen - Alte Vennbahn-Trasse: Letzter Feinschliff am Premium-Radweg

Alte Vennbahn-Trasse: Letzter Feinschliff am Premium-Radweg

Von: Udo Kalsund Nicola Gottfroh
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Wer die charakteristische Senk
Wer die charakteristische Senke in der Himmelsleiter zwischen Aachen und Roetgen noch einmal sehen will, muss sich sputen: Bis Ende des Jahre soll die Kuhle verfüllt sein. Dann werden Radler und Skater auf der Vennbahn-Route die viel befahrene B 258 durch einen Tunnel unterqueren. Der Verkehr wird derzeit auf eine zweispurige Umfahrung (links) geleitet, damit Autos und Lastwagen ungestört rollen können. Foto: Heiner Schepp

Aachen. Hubert Philippengracht hat erst kürzlich die Probe aufs Exempel gemacht und sich auf den Radsattel geschwungen. Was der Bauamtsleiter der Städteregion Aachen bei seiner Tour auf der Vennbahn durch die Nordeifel erlebte, hat ihm aber nicht nur gefallen.

Zwar kann der Premium-Radwanderweg, der im Endausbau über 130 Kilometer auf der alten Bahntrasse von Aachen bis Luxemburg führt, auf deutschem Gebiet nach fast dreijähriger Bauzeit inzwischen fast lückenlos befahren werden. Das attraktive Angebot - das für Skater jedoch zwischen Konzen und Lammersdorf unterbrochen wird, weil die Oberfläche aus Tierschutzgründen aus Feinsplitt besteht - hat aber vor allem an sonnigen Tagen seine Schattenseiten.

Dann bevölkern jede Menge Radfahrer, Skater und Fußgänger den Asphaltstreifen - mit unterschiedlichem Tempo und Anspruch. Und deswegen appelliert nicht nur Philippengracht: „Das kann nur funktionieren, wenn jeder auf den anderen Rücksicht nimmt.”

Unfälle hat es bereits gegeben. Und nicht alle können verhindert werden, das betont auch Philippengracht. Doch gerade bei den umstrittenen Kreuzungen von Radweg und Straße in Roetgen sei nachgearbeitet worden. So weisen etwa neben den Schildern auch Piktogramme auf dem Asphalt auf Kreuzungen hin. „Das ist nun sehr deutlich”, meint er. Ob es bei den wechselnden Vorfahrtsregelungen in Roetgen bleibt, ist noch nicht klar. „Wir müssen Erfahrungen sammeln, eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.”

Dabei dürfte sich der Andrang in der nächsten Radsaison noch vergrößern. Derzeit liegen Stadt und Städteregion Aachen in den letzten Zügen, um den Radweg zu vollenden. Markierungen werden noch aufgebracht, Schilder aufgestellt. Spätestens Ende des Jahres soll die Route komplett befahrbar sein, dann sollen die Radler die Himmelsleiter zwischen Roetgen und Aachen durch einen Tunnel unterqueren können. „Das ist ein ehrgeiziges Ziel”, sagt Philippengracht.

Deshalb schaltet auch der Landesbetrieb Straßen.NRW derzeit mit viel Getöse einen Gang höher: Bäume wurden abgeholzt, eine zweispurige Baustellenumfahrung über mehrere hundert Meter asphaltiert und jede Menge Bagger angekarrt, um mit der Himmelsleiter das letzte Nadelöhr zu beseitigen. Und das bloß für einen Radweg? „Ich halte die Maßnahme für absolut vertretbar. Das lohnt sich wirklich”, sagt Matthias Bächler vom Landesbetrieb.

Zumal für die knapp 1,5 Millionen Euro nicht nur der Radtunnel gebaut werde. „Wir entschärfen auf der B 258, die täglich von 19 000 Autos und Lastwagen befahren wird, auch eine Gefahrenstelle.” Gemeint ist die Senke in der Himmelsleiter, in die in den nächsten Wochen die Tunnelröhre gelegt und die schließlich komplett verfüllt wird. „Am Ende hat sich die Situation für alle verbessert”, sagt Bächler.

Auch auf belgischer Seite soll der Radwanderweg noch in diesem Herbst komplett fertig werden. Es hakt nur auf den sechs Kilometern nach dem Grenzübertritt bis Sourbrodt. Wegen Braunkehlchen-Vorkommen musste eine Ausweichroute neu geplant werden. Nach Angaben des ostbelgischen Tourismusministeriums soll dieses Teilstück im Frühjahr fertig sein.
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