Köln - Alles im Wandel: Die neuen Möbel beweisen Flexibilität

Alles im Wandel: Die neuen Möbel beweisen Flexibilität

Von: Sandra Cantzler, dpa
Letzte Aktualisierung:
Möbelmesse IMM Cologne
Neue Einrichtungstrends zeigt die weltgrößte Möbelmesse IMM Cologne bis zum 25.01.2009. An der einwöchigen Schau beteiligen sich rund 1060 Aussteller aus 49 Ländern. Foto: dpa

Köln. Ein Sofa muss nicht unbedingt im Wohnzimmer stehen und ein Schreibtisch nicht immer wie ein nüchternes Büromöbel aussehen: Wandelbarkeit ist einer der großen Trends, die sich in diesem Jahr auf der internationalen Möbelmesse „imm cologne” abzeichnen.

Noch bis zum 25. Januar präsentieren in Köln mehr als 1000 Aussteller aus 50 Ländern ihre Neuheiten rund um das Einrichten. Bei vielen Herstellern ist dabei zu sehen: Die verschiedenen Wohnbereiche wachsen langsam zusammen - wobei gleichzeitig stärker zwischen einem öffentlichen und einem privaten Teil der Wohnung unterschieden wird. Diese Entwicklung wirkt sich auch auf das Möbeldesign aus.

Schlaf- und Badezimmer sind als Rückzugs- und Wellnesszone allein den Bewohnern vorbehalten, der Rest der Wohnung gilt dagegen als kommunikativer und zumindest halb-öffentlicher Bereich. „Die Übergänge zwischen Wohnzimmer und Küche, zwischen Diele und Wohnbereich sind fließend, die Räume großzügig”, heißt es beim Veranstalter Kölnmesse.

Die Küche werde insgesamt aufgewertet und als Erweiterung des Wohnraums aufgefasst. „Die klassische Einbau-Küchenzeile wird dadurch zum Auslaufmodell. Stattdessen sind mehr und mehr Insellösungen im Kommen”, sagt Elmar Duffner, Präsident des Verbandes der deutschen Möbelindustrie (VDM) in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen).

Und während die Küche langsam Richtung Wohnzimmer wandert, machen sich Sofas in umgekehrter Richtung auf, um ein entspanntes Sitzen in der Wohnküche zu ermöglichen. Gleichzeitig wird auch der Essbereich aufgemöbelt: Große oder vergrößerbare Tische werden mit bequemen Stühlen kombiniert. Bei vielen Herstellern zu sehen sind sesselartige Modelle, oft weich gepolstert oder mit Leder überzogen.

Im Zeichen der Flexibilität wird sich außerdem weitgehend von schweren, nach dem Aufstellen kaum noch beweglichen Möbeln endgültig verabschiedet. Vielen Möbeln werden im wahrsten Sinne des Wortes Beine gemacht. Die sind häufig auffällig lang und filigran. Das gilt für Kommoden und Schränke ebenso wie für Sessel. Selbst der Sitzsack - klassisches Symbol bequemen Abhängens - bekommt ein Gestell untergesetzt.

Einzig die Sofas scheinen sich diesem Trend zu verweigern, allerdings nur auf den ersten Blick. Nach einer kurzen Schlankheitskur im vergangenen Jahr legt die Couch in dieser Saison wieder kräftig zu: Repräsentative Sofalandschaften erleben ein Comeback. Ein sehr klare, puristische Optik bei Farben und Mustern trifft auf ausladende Formen, teilweise sogar knautschige Polster und tiefe Sitzflächen.

Bei vielen Modellen wird auf sichtbare Beine, Kufen oder Füße verzichtet. Sofas, Sessel und Hocker stehen wie fest geerdet auf dem Boden und bilden damit eine Art Ruhepol in der Einrichtung, so VDM-Präsident Duffner.

Doch die XL-Sofas sind wandlungsfähiger, als sie aussehen: Angesagt sind sogenannte modulare Modelle. Die Sitzlandschaften werden aus einzelnen Elementen in Sesselgröße zusammengefügt - ganz nach individuellen Bedürfnissen und dem vorhandenen Platz.

Die Module lassen sich klassisch als Sofa nutzen, können aber auch zu bequemen Ruheinseln oder einem Gästebett zusammengeschoben werden. Bei vielen Herstellern lassen sich zusätzlich Seiten- und Rückenlehnen verstellen, so dass immer wieder neue Anordnungen möglich sind.

Vor einem ungewissen Schicksal steht die Schrankwand. Seit Jahren wird ihr nahes Ende vorausgesagt. Tatsächlich liefen ihr einzelne Kommoden und Schrankelemente mehr und mehr den Rang ab. Durch die Zweiteilung der Wohnung in privat und öffentlich sowie durch die immer größere Beliebtheit loftartiger Architektur könnte der Klassiker jedoch zurückkommen.

Laut der Kölnmesse werden nicht nur Flachbildschirm und Stereoanlage gerne hinter Türen oder Klappen versteckt, wenn sie nicht in Betrieb sind. „Clean cover” laute einer der Trends im Wohnzimmer: Bücher, Souvenirs und andere private Dinge verschwinden unsichtbar für Besucher hinter Schrankwänden, die möglichst glänzend weiß lackiert sein sollten.

Und auch im Schlafzimmer ist die Schrankwand im Kommen - als Alternative, wenn der Platz oder das Budget für einen begehbaren Kleiderschrank fehlen. Hier fügt sich der Schrank so in das Zimmer ein, dass er kaum noch wahrgenommen wird und trägt dadurch zu einer ruhigen, harmonischen Optik bei.
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