Aachen - Alles eine Nummer größer als beim CHIO

Alles eine Nummer größer als beim CHIO

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Der Vorstandvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), Frank Kemperman, gibt die Richtung vor. Doch seine Crew von ALRV-Mitarbeitern und externen Bauarbeitern hat derzeit alles im Griff. Die Vorbereitungen für die Reit-EM in der Aachener Soers liegen im Zeitplan.

Aachen. Alles CHIO, oder was? 17 Tage vor dem Auftakt zu den Reit-Europameisterschaften in Aachen sieht es auf dem Turniergelände in der Soers auf den ersten Blick wieder nach einem ganz normalen „Concours Hippique International Officiel“ aus, wie der CHIO offiziell heißt.

Dass es sich aber nicht um ein handelsübliches Reitturnier, sondern um eine einmalige Europameisterschaft handelt, die da in der Aachener Soers vorbereitet wird, wird bei einem Blick hinter die Kulissen deutlich. Und diesen Blick gewährte der veranstaltende Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) unserer Zeitung am Freitag.

Denn bei der EM ist alles ein wenig größer und vor allem aufwendiger, wie der Vorstandsvorsitzende des ALRV, Frank Kemperman, Präsident Carl Meulenberg und Ulrich Fischer von der Aachener Reitturnier GmbH (ART) bei einem Rundgang über das Turniergelände erläutern, das derzeit einer riesigen Baustelle gleicht. Und so warten sie zwischen beschäftigten Bauarbeitern, rangierenden Gabelstaplern und dröhnenden Bohrmaschinen mit vielen eindrucksvollen Zahlen auf.

20.000 Quadratmeter Zeltfläche

„Wir bauen hier rund 300 Zelte auf, von denen 200 Pagodenzelte sind. Insgesamt haben die Zelte eine Fläche von 20.000 Quadratmetern“,sagt Fischer, der bei der ART für den Zeltaufbau verantwortlich ist. Allein 6000 Quadratmeter davon entfallen auf das riesige Champions-Circle-Zelt unmittelbar hinter dem Haupteingang, in dem während der EM die VIPs, Sponsoren und Ehrengäste, aber auch die Sportler und akkreditierten Journalisten auf zwei Etagen verköstigt werden. Zubereitet wird das Essen auf einer Fläche von 950 Quadratmetern für Küche und Logistik. „Unserer Caterer reist dazu mit 400 Mitarbeitern an“, sagt Kemperman.

Doch natürlich ist auch für das leibliche Wohl der anderen Besucher ausreichend gesorgt. „Neu ist die sogenannte Food-Meile“, berichtet Ulrich Fischer. „Dort werden in einem 35 Meter langen Zelt verschiedene Anbieter verschiedenen Speisen zubereiten.“ Eingebettet ist das alles in eine Zeltstadt mit 230 Ausstellern. Und die kommen „aus aller Welt“, sagt Fischer weiter, „von Norwegen bis Chile sind Aussteller hier vertreten.“ Aber auch viele regionale Aussteller seien dabei, betont Kemperman, so liege der Schwerpunkt in der Partymeile im Soerser Winkel auf Aachener Unterhaltung.

All das kennt man vom CHIO, nur die EM ist etwas größer, was auch für die Mitarbeiterzahl des ALRV gilt. Denn der veranstaltende Verein bietet 1200 Mitarbeiter auf. Schließlich dauere die EM eine knappe Woche länger als der normale CHIO, sagt Kemperman, „und wir haben mit Reining eine Sportart mehr“.

Apropos Reining: Für die Westernreiter wird im Dressurstadion eigens ein neuer Lehmboden verlegt. Der muss allerdings nach einer Woche wieder raus, weil dann die Voltigierer dort ihre Europameister ermitteln. „Das wird eine Riesenaufgabe“, blickt Frank Kemperman voraus. Bereits fertig ist das temporäre 60 Tonnen schwere Dach mit einer Fläche von mehr als 4000 Quadratmetern, das für beide Sportarten ins Dressurstadion eingezogen wurde.

Die Dressurreiter ziehen derweil – wie schon bei den Weltreiterspielen 2006 – ins Springstadion um, wo die Springreiter ums 60 mal 20 Meter große Dressurviereck herumreiten müssen. „Aber der restliche Platz ist immer noch größer als die meisten Turnierplätze auf der Welt“, beruhigt Kemperman die Springreiter.

Beruhigen kann er auch diejenigen, die sich das alles gerne anschauen möchten, aber noch keine Eintrittskarte haben. Der Kartenvorverkauf laufe zwar gut und gerade an den beiden Wochenenden seien nicht mehr alle Kategorien verfügbar, „aber wir sind noch an keinem Tag komplett ausverkauft“, sagt Kemperman.

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